Hinführung 2.Sonntag der Osterzeit


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierte gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung 2. Sonntag der Osterzeit, 27. 04. 2025, Joh 20, 19–31
Magdalena Collinet, Leiterin Frauenreferat Diözese Innsbruck

 

Wann ist für dich Ostern vorbei? Welche (liturgische) Feier ist für dich am wichtigsten? Manche schätzen vor allem die Karfreitagsliturgie, weil sie das Tabuthema Tod ins Zentrum stellt und weil sie uns vor Augen führt, dass Jesus wirklich gestorben ist und wahrhaftig auferstanden. Ein Highlight ist für viele die Osternacht mit ihren Ritualen, das Warten auf bestimmte Lieder, die Freude danach, wenn man sich gegenseitig „frohe Ostern" wünscht. Einige schätzen die Festmesse am Ostersonntag – mit Pauken und Trompeten, andere genießen den Ostermontag mit einem Emmaus-Gang. Aber was passiert dann?

Die Jüngerinnen und Jünger Jesu haben natürlich länger gebraucht, um zu verarbeiten und zu verstehen. Die österliche Zeit dauert auch heute für uns liturgisch gesehen 50 Tage lang und endet mit Pfingsten. Aber wie viel Zeit bleibt uns tatsächlich, um in der österlichen Freude zu verbleiben? Der Alltag kommt oft schneller als man denkt.

Deshalb habe ich größtes Verständnis für Thomas, der nicht sofort glaubt, sondern den Auferstandenen mit eigenen Augen sehen und mit seinen Händen spüren will.
Zwei Aspekte der Bibelstelle würde ich gerne herausgreifen und näher beleuchten:

1. Christus ist leibhaftig auferstanden.
Das ist eigentlich die erste Überraschung oder die erste Besonderheit. Die Jünger:innen sitzen hinter verschlossenen Türen, Jesus kommt trotzdem in ihre Mitte (er kann durch verschlossene Türen gehen) und er zeigt ihnen seine Hände und seine Seite. Es sind diesmal seine Wundmale, die ihn erkennbar machen. Vor Maria Magdalena hat er sich sozusagen mit seiner Stimme „geoutet", er hat sie mit ihrem Namen angesprochen und wurde so von ihr erkannt. Die Emmausjünger erkennen Jesus als er das Brot bricht. Und diesmal ist es sein Körper, der beweist, dass er Jesus ist. Die Wundmale sind nicht einfach so verschwunden, das Leiden ist nicht vergessen, nicht ausgelöscht. Es ist ein Teil von ihm. So sind auch Narben ein Teil von uns – egal ob körperliche oder seelische Narben, wir tragen oft viel mit uns herum und zeigen nicht jedem Menschen jeden Teil unseres Selbst.


2. Thomas ist skeptisch und Jesus lässt auch das zu.
Jesus kommt noch einmal, nur für Thomas. Gott scheut sich nicht, sich unseren Zweifeln zu stellen. Er lädt ihn sogar ein: „Streck deine Hand aus." Ob Thomas der Einladung folgt oder (nur) seinen Augen traut, wissen wir nicht. Ich glaube gern daran, dass Berührung eine Rolle spielt. Da steht kein Geist vor Thomas und den anderen Jünger:innen, da steht ihr alter Freund Jesus. Der, um den sie getrauert haben, der den sie begleitet haben, der den sie auch verraten haben. Er hegt keinen Groll, sondern wünscht ihnen Frieden. Diese Begegnung endet mit einem der kraftvollsten Glaubensbekenntnisse der Bibel: „Mein Herr und mein Gott!"


Fragen:

  • Welche Narben versteckst du und welche kannst du stolz zeigen, weil sie eine Geschichte erzählen und dein Wiederaufstehen belegen?
  • Wie gehst du mit Zweifeln in deinem Glauben um?

 

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C

Datum: 22.04.2025

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