Hinführung 1. Fastensonntag im Jahreskreis, 09.03.2025, Lk 4,1-13
Dominik Höchtl, Pastoralassistent Citypastoral
Spielen wir: „Wünsch dir was!" Dass ein Ende sei mit deinem Hunger – wir müssen bloß aus Steinen Brot stampfen. Dass wir Macht hätten und Reichtum, die ganze Welt zu verändern – wir schaffen Frieden und Gerechtigkeit mit einem Schlag. Dass wir unverwundbar sind und kein Leid uns etwas anhaben kann.
Mit dem Versucher wird die Welt für Jesus zu einem Kinderspiel, das seine eigenen Regeln hat. Vor allem aber: Die Regeln bemessen sich nach einem einzigen – und hier mag die Versuchung liegen, die sich durch die gesamte Szene durchzieht. Ein Mensch, der Stein zu Brot verwandeln kann und davon profitiert. Wie viele Unternehmen gibt es, die dieser Logik folgen? Ein Mensch, der Macht und Reichtum hat, um sich die Welt untertan zu machen. Er mag ihr bestes im Sinn haben; doch was, wenn es andere gibt, die mit seinen Regeln nicht einverstanden sind? Ein Mensch, der über allen anderen steht – von Gottes Gnaden. Doch das ist nicht der Weg Jesu.
Die Welt als Kinderspiel nimmt sich selbst nicht mehr ernst. Sie nimmt nicht ernst, dass Menschen in tatsächlichem Leid festsitzen, im Hunger, im Schmerz von Trauer, Angst und Scham, in Einsamkeit und Hilflosigkeit. Jesus bietet nicht die schnelle Lösung an. Er setzt sich stattdessen dazu, weil durch das, „was der Mund des HERRN spricht", ein Stück Leben zurückkehren kann (5 Mos 8,3).
Das Kinderspiel nimmt nicht ernst, dass für Frieden und Gerechtigkeit immer alle Menschen gefragt sind. Sobald den Spielregeln einer einzelnen Person gehuldigt wird, werden andere schon wieder darunter leiden. Jesus zitiert daher wieder das Erste Testament: Niederwerfen und dienen sollst du nur vor einem – Gott. (5 Mos 6,13)
Jesus erzählt uns an anderer Stelle, wie er der Welt begegnet: Durch Teilen von Brot, nicht durch Zauberei (Mk 8,1-9), durch das friedvolle Miteinander, nicht gewaltvoll oder von oben herab (vgl. Lk 6,29; Mt 26,52), durch das Mitfühlen mit der Welt, nicht durch göttliche Absonderung (vgl. Mk 15,34).
Das Kinderspiel nimmt die Welt nicht ernst, dafür aber umso mehr ihre Wünsche. Brauche ich die vorschnelle Lösung oder kann ich mich zu meinem Wunsch einmal hinzusetzen – und der Problematik die Zeit geben, die sie braucht...
Fragen:
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C
Datum: 03.03.2025
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