3. Sonntag im Jahreskreis, 26.01.2025, Lk 1,1-4.4,14-21.
Martin Lesky, Leiter des Bereiches ZUKUNFT.glauben
Der Evangelist Lukas schickt als einziger Schreiber seinem Evangelium eine Art Vorwort voraus. Darin stellt er klar, dass er nicht der Einzige ist, der ein Evangelium geschrieben hat: „Schon viele haben es unternommen ..." Doch der Heidenchrist Lukas, vermutlich ein Arzt und ein persönlicher Freund des Apostels Paulus, will es ganz genau wissen. Er schreibt mit wissenschaftlicher Sorgfalt, ganz akribisch, wie es im Urtext heißt, für den hochverehrten Theophilus. Über Theophilus wissen wir leider wenig. Vermutlich war er ein hoher römischer Beamter in Antiochia, der ein angehender Christ war.
Im heutigen Evangelium schildert Lukas, wie es Jesus in seinem Heimatort Nazareth ergeht, als er dort „wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge" geht. Für gläubige Juden ist der Sabbat ausdrücklich ein von Gott gebotener heiliger Tag. Fester Bestandteil der Sabbat-Tradition ist der Besuch der örtlichen Synagoge. Der über zweistündige Hauptgottesdienst am Sabbatmorgen umfasst zahlreiche Gebete und Lesungen nach einer festen Ordnung. Dazu gehört auch, dass jeder männliche Jude über 13 Jahren zu den Vorlesern der vorgesehenen Heiligen Schriften gehören darf. Auch eine kurze Auslegung, eine Deutung des vorgetragenen Schriftwortes, ist jedem Vortragenden erlaubt, sofern er das möchte.
In Vers 17 wird Jesus vom Synagogendiener die Schriftrolle des Propheten Jesaja gereicht und Jesus liest die Stelle Jes 61,1-2 vor. Hier lesen wir in verdichteter Form, um was es Jesus geht: Befreiung von aller Unterdrückung, Überwindung aller Ungerechtigkeit, Begegnung auf Augenhöhe.
In Vers 20 heißt es dann: „Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich." Jesus setzt sich also. In diesem Falle bedeutet das konkret: Er nimmt die typische Position eines Lehrers ein. Er will und wird gleich etwas zur soeben gehörten Schriftlesung sagen. Stellen wir uns vor, was in diesem Augenblick in der Synagoge von Nazareth los ist. Man könnte eine Stecknadel fallen hören, so still ist es. Lukas steigert die Spannung noch, indem er diese Situation erzählerisch einfängt und formuliert: „Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet". Und dann kommt die kürzeste Predigt aus 11 Wörtern. „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt."
Fragen zum Weiterdenken:
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C
Datum: 20.01.2025
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