2. Sonntag im Jahreskreis, 19.01.2025, Joh 2,1-11,
Martin Lesky, Leiter des Bereiches ZUKUNFT.glauben
Die Hochzeit in Kana ist ein bekanntes Bild. Eingeladen sind unter anderen die Mutter Jesu, Jesus und sein Jünger. Dann geht der Wein aus, eine Schande für den Bräutigam. Die Mutter Jesu ergreift die Initiative indem sie zu Jesus sagt: „Sie haben keinen Wein mehr." Seine Mutter lässt sich nicht von Jesu schroffer Erwiderung abweisen und sagt zu den Dienern: „Was er euch sagt, das tut!" Jesus lässt darauf sechs steinerne Wasserkrüge mit Wasser füllen, das sind ca. 600 Liter Wasser. Als sie auf seine Anordnung das Wasser schöpfen, ist es guter Wein, sogar ein besserer als der davor kredenzte.
Während im ersten Kapitel des Johannesevangeliums der Prolog, das Zeugnis des Täufers mit der Taufe Jesu und die Berufung der ersten Jünger beschrieben wird, ist hier vom ersten von sieben Wundern im Johannesevangelium die Rede. Im Johannesevangelium wird nur an dieser Stelle von der Mutter Jesu berichtet – sie wird nicht mit Namen genannt – und dann unter dem Kreuz in Joh 19,25. Es stellt eine Klammer am Beginn und Ende des Wirkens Jesu dar. Wenn Vers 12, das eigentliche Ende dieser Perikope mitgelesen wird, dann wird die Einbettung dieser Stelle klarer. Am Beginn und am Ende dieser Stelle ist von der Mutter Jesu die Rede, wenn auch am Ende von einer ungewohnten Weggemeinschaft die Rede ist: Jesus zog mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinab. Eine Konstellation, die es nur im Johannesevangelium gibt. Ein anderes Bild wird in Mk 3,31-35 beschrieben. Dort wird ein großer Gegensatz zwischen der Mutter Jesu/seinen Brüdern und Jesu mit seinen Jüngern deutlich.
Interessant ist, dass es auf das Zeichen Jesu keinerlei Reaktion gibt. Vielleicht ist es den „anderen" Hochzeitsgästen gar nicht aufgefallen, dass der Wein zur Neige geht. Auch die Reaktion des Festverantwortlichen ist verhalten. Er stellt zwar fest, dass man zuerst den guten Wein vorsetzt und erst, wenn die Leute zu viel getrunken haben, den weniger guten. Aber es bleibt bei dieser Feststellung. Allein bei den Jüngern ist eine Reaktion spürbar, wenn es heißt: „Sie glaubten an ihn."
Der Text lässt viele Fragen offen. Dem Evangelisten Johannes geht es darum, das im Prolog beschriebene Bild von Jesus: das wahre Licht und das fleischgewordene Wort im konkreten Leben umzusetzen. Dies gelingt ihm in diesem Weinwunder, wenn es in Vers 11 heißt: „und offenbarte seine Herrlichkeit".
Fragen zum Text:
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr B
Datum: 13.01.2025
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