2. Sonntag nach Weihnachten (C), 05.01.2025, Joh 1,1-18,
Martin Lesky, Leiter des Bereiches ZUKUNFT.glauben
Über dem heutigen Sonntagsevangelium steht in der Einheitsübersetzung die Überschrift Prolog – Vorwort. Es ist der Beginn des Johannesevangeliums und gleichzeitig der Schlüssel zum Johannesevangelium. Schon die ersten beiden Worte „Im Anfang" erinnern uns an Gen 1,1: „Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde." Damit wird klar, dass mit Jesus etwas Wichtiges, etwas Neues beginnt. Der Prolog hilft uns verstehen, dass Jesus nicht nur durch seine Worte und Taten, sondern auch durch seine Person und sein Sein, das im Anfang schon von Gott vorgesehen war und Gott war, wesentlich und wichtig für uns ist.
Das Lukasevangelium und das Matthäusevangelium beginnt mit der Kindheitsgeschichte Jesu. Diese fehlt im Johannesevangelium. Der Evangelist Johannes schrieb sein Evangelium um ca. 100 nach Christus. Da war die Kindheitsgeschichte Jesu den Menschen schon bekannt und Johannes möchte den Blick seiner Leserinnen und Leser gleich von Beginn an auf das Wesentliche lenken, auf Jesus, das fleischgewordene Wort Gottes an uns Menschen, der uns Licht in der Finsternis ist. Sehr schön hat das Karl Rahner ausgedrückt: „Gott hat sein letztes, sein tiefstes, sein schönstes Wort im fleischgewordenen Wort in die Welt hineingesagt, ein Wort, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, weil es Gottes endgültige Tat, weil es Gott selbst in der Welt ist. Und dieses Wort heißt: Ich liebe dich, du Welt und du Mensch."
Der Prolog wird von zwei Einschüben unterbrochen. In Vers 6 – 8 ist das erste Mal von Johannes dem Täufer die Rede, dann wieder in Vers 15 – 18. Das war in der Zeit der Entstehung des Johannesevangeliums wichtig, denn die Johannes- oder Täuferbewegung, die in dieser Zeit noch sehr stark war, sollte in die Jesusbewegung integriert werden.
Auffällig ist, dass die Verse 1 – 13 in der 3. Person geschrieben sind, was bedeutet, dass es sich in diesen Versen um eine Verkündigung handelt. Ab Vers 14 geht es in der 1. Person plural weiter „hat unter unser gewohnt" – jetzt geht es um ein „wir", um eine Gemeinschaft derer, die sich zu Jesus bekennen. Für ein gelingendes Zusammenleben braucht es einerseits den tiefen Glauben an Jesus, andererseits braucht es eine tragende Gemeinschaft.
Der Prolog schließt mit einem schönen Bild ab: Jesus ruht am Herzen des Vaters. Jesus gehört in das Innerste des göttlichen Vaters und bringt uns von dort Kunde.
Fragen zum Weiterdenken:
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr B
Datum: 07.01.2025
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