2.Adventssonntag 2024


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierte gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung 2.Advent, 08.12.2024, Lk. 3,1-6
Dr. Claudia Hubert, Fachreferentin Zukunft.Glauben

Bei dem Evangelium des 2.Advents bin ich an den ersten Sätzen hängen geblieben. Da wird genau beschrieben, in welchem Jahr, unter welchen Herrschern Johannes der Täufer in der Wüste auftritt.

Komisch. Was hat das mit der „Frohen Botschaft" zu tun?

Für mich wird an diesen Stellen des Evangeliums (wie bspw. auch der Stammbaum Jesu) deutlich: Gott wird Mensch und tritt in unsere Zeitrechnung ein. Er wird ganz konkret, bleibt nicht in der unfassbaren Unendlichkeit, sondern wird Mensch in einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort.

Was bedeutet das für uns? Kardinal Lehman sagte einmal dazu:

„Nur wenn Jesus Christus nicht nur wahrer Gott, sondern auch wahrer Mensch ist, kann er uns erlösen (...). Nur allzu gern denken wir die Menschwerdung Jesu wie ein Märchen. Er streift wie ein Komet unsere Erde und unser Menschenleben. Nein, Gott selbst kommt wirklich in die Niederungen unseres Lebens, wird ein Kind, liegt in einer Krippe, wird unterwegs in der Fremde geboren, wird ein Flüchtlingskind. Er zieht nicht bloß die Gala-Uniform eines Menschen an, die er abstreift, wenn es blutig und brenzlig wird. Er leidet die Tiefen und Nöte des Menschen aus. Er spielt nicht Theater. Er erfährt von der Krippe bis zum Kreuz die Schikanen und die hinterhältigen Fallen der Menschen. Jesus leidet an der Härte der Menschen, an ihrer Unbußfertigkeit, am Hass, an den Krankheiten seiner Mitmenschen und an der Verachtung vieler Menschengruppen zur damaligen Zeit. (...)

Jesus wird auf vollkommene Weise Mensch, indem er diese Situationen annimmt und auch ausleidet. (...) Doch die Annahme des ganzen Menschseins mit seinen Höhen und Tiefen bedeutet noch mehr. Er hat nämlich durch sein Kommen und durch die Hingabe seines Lebens das Unheil, das uns Menschen immer wieder bedrängt, grundlegend überwunden und Heilung gebracht. (...) Denn alles, was Jesus Christus durch seine menschliche Natur angenommen hat, das hat er auch erlöst und geheiligt, befreit und erneuert. (...) So gibt es keine menschliche Situation, die durch das Leben und Sterben Jesu nicht eine innere Umwandlung erfahren hätte. Weil Gott in Jesus Christus alles, was er angenommen hat, auch erlöst hat, darum gibt es grundsätzlich keine menschliche Situation mehr, in der nicht die Liebe über alle Gestalten des Hasses und des Todes siegen könnte. Es gibt keinen Ort und keinen geschichtlichen Aufenthalt, der nicht zu einer Möglichkeit des Heils werden kann."

Gerade die letzten Sätze erinnern mich wieder an das Evangelium des letzten Sonntags: Gott ist auch in die Krisen und Katastrophen nahe und lässt uns nicht allein. Und das vor allem, weil er selbst weiß, was es heißt als Mensch zu leben, mit Allem was dazu gehört.

Dieser menschgewordene Gott übersteigt mein Begreifen – ich kann es nur erahnen, mich diesem Geheimnis immer wieder nähern. Vielleicht brauchen wir deswegen jedes Jahr ein Weihnachtsfest - um uns immer wieder und immer mehr bewusst zu werden, dass in Jesus Gott Gott, aber eben genauso auch Mensch geworden ist.

Fragen:

  1. Wo helfen mir in meinem Glaubensleben Gottes menschliche Seiten?
  2. Wann spüre ich Gottes „allmächtige" Seite?

 

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

Hier als PDF

 

 

Kategorie: Hinführung, Lesejahr B

Datum: 02.12.2024

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