Hinführung, 25.08.2024, 21. Sonntag im Jahreskreis, Joh. 6,60-69
Claudia Hubert, Fachreferentin pastorale Innovation und Weggemeinschaften, Zukunft.glauben
Das heutige Evangelium ist ein Abschnitt der Rede, die Jesus in der Synagoge von Kapharnaum hielt, nach der wundersamen Brotvermehrung. Darin bezeichnet er sich als das wahre Brot des Lebens: „das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, um der Welt das Leben zu geben (vgl. Joh 6,51). Diese Rede haben die Zuhörer nicht verstanden. Sie schütteln den Kopf und gehen nacheinander grollend weg.
Ganz ehrlich: Hätte ich in der Situation die Worte Jesu über ihn als Brot, Fleisch und Blut verstanden? Ohne 2000 Jahre theologische Auslegung? Ohne das letzte Abendmahl, Jesu Tod und Auferstehung gesehen und erfahren zu haben?
Aber genau das macht die Aussage von Petrus umso erstaunlicher: „Herr zu wem sollen wir gehen. Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes."
Sorry Petrus, aber ich glaube, auch du hast nicht alles verstanden, was Jesus gesagt hat – siehe die Scene, wo Jesus von seinem Tod spricht und du meinst, das darf so nicht geschehen. Und dennoch so eine Aussage von dir. Respekt!
Das zeigt mir einmal mehr: Glaube ist etwas anderes als Verstehen und Wissen. Sicher helfen Verstehen und Wissen auch dem Glauben, können ihn festigen und stärken. Aber handelt es sich dann nicht eben um Wissen und Verständnis und nicht um Glauben?
„Glaube fängt da an, wo das Wissen aufhört." Dieser Satz hilft mir immer wieder, wenn ich Gott eben nicht verstehe; nicht einordnen kann, warum etwas so ist und nicht anders. Das geht mir mit Gott und mit meinen Mitmenschen so. Auch da braucht es manchmal meine Glauben an die anderen; an das Gute im Menschen; dass er es gut mit mir meint.
Und: dieser Glaube wird gegeben. Auch wenn man das eine Evangelium nicht mit Aussagen eines anderen ergänzen sollte, aber ... : Petrus kommt zu der oben genannten Erkenntnis nicht von sich aus. „Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel" (Mt.16,14). Es wird ihm gegeben, es ist Gnade. Und Petrus schafft es, diese Gnade anzunehmen und aus ihr heraus die Dinge zu sehen; glauben zu können.
Die Aussage Petri verstehe ich somit als eine Anfrage an mich: glaube ich, dass Jesus der Heilige Gottes ist? Der Sohn Gottes ist? Dass Gott es gut mit mir meint? Wenn ja, dann kann ich auch in schwierigen Situationen auf ihn zählen; mich auf ihn stützten. Dann muss ich nicht alles verstehen und kann dennoch mein Leben in Beziehung mit ihm leben.
Fragen:
Wo nehme ich manchmal Anstoß an Jesus?
In welchen Situationen war mein Glaube gefragt; konnte ich glaubend annehmen?
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr B
Datum: 25.08.2024
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