20. Sonntag im Jahreskreis


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierte gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung, 18.08.2024, 20. Sonntag im Jahreskreis, Joh. 6,51-58

Claudia Hubert, Fachreferentin pastorale Innovation und Weggemeinschaften, Zukunft.glauben

In diesem Evangelium wird das Bild, Jesus ist uns Speise, wieder aufgegriffen. Und ganz ehrlich: mit dem Fleisch und Blut Bild kann auch ich wenig anfangen. Sicherlich verwendet der Evangelist Johannes eine sehr theologische Sprache. So wird Fleisch und Blut mit der Eucharistie in Verbindung gebracht und die Wichtigkeit der Eucharistie mit diesen Worten begründet.

Was mich aber viel mehr berührt: hier wird angesprochen, dass wir durch Jesus Anteil an Gott haben: „der bleibt in mir und ich bleibe in ihm". Wir können in Gott sein und er in uns.
Nix neues? Vielleicht, aber: habe ich mir das mal auf der Zunge zergehen lassen? Ich bin in Gott – durch Jesus Christus, seinem Tod und Auferstehung. Ich bin in Gott. Ich stehe ihm nicht nur gegenüber – als Geschöpf gegenüber dem Schöpfer – sondern ich bin in ihm.

Ich bin in ihm – nicht nur „ich werde sein", sondern ich bin es schon. Und zwar egal wie ich mich gerade fühle, ob ich es gerade erfahre oder nicht; ob es mir gut geht oder nicht. Wenn ich mein Leben an Jesus ausrichte; ihn in mir Raum gebe und „leben lasse", dann bin ich es, denn Jesus ist in mir und ich in ihm. Das heißt nicht, dass ich es immer schaffen werde (und muss), aber ich kann ja immer wieder neu anfangen. Denn das „seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist" (Mt. 5,48) heißt nicht, dass ich, wie Gott fehlerlos durchs Leben gehen muss, sondern dass ich versuche, wie er in Liebe auf mich und die Menschen zu schauen; mich an ihm auszurichten.

Gott ist ein Teil von mir und ich ein Teil von ihm. Ich finde das sehr befreiend. Und es stellt mir meine Würde, und die eines jeden Menschen vor Augen: wir sind alle in Gott; Glieder des einen Leibes, um es mit Paulus zu sagen (vgl. Röm 12,4-5). Ob wir es wissen oder nicht; ob wir es vor Augen haben oder nicht.

Ist das nicht die Frohe Botschaft, die es zu verkünden und zu leben gilt?

 

Fragen:

Wo erfahre ich, dass Gott in mir ist?

Wo erfahre ich, dass ich in Gott bin?

 

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr B

Datum: 18.08.2024

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