19. Sonntag im Jahreskreis


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierte gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung, 11.08.2024, 19. Sonntag im Jahreskreis, Joh. 6,41-51
Claudia Hubert, Fachreferentin pastorale Innovation und Weggemeinschaften, Zukunft.glauben

„Ich bin das Brot des Lebens. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben." Als ein Priester diesen Satz kurz vor der Kommunion sprach, sagte ein kleiner Junge, der noch nicht zur Erstkommunion gegangen war, „so'n Mist, und ich muss sterben". Viele, die es hörten, mussten schmunzeln und lachen. Für mich drückt dieser Satz einen kindlichen, vielleicht unreflektierten, aber tiefen Glauben aus: in dem Brot da vorn ist Jesus gegenwärtig und er schenkt mir das (ewige) Leben.


Manchmal wünsche ich mir solch einen kindlichen Glauben. Einfach ohne wenn und aber und alles 100mal hinterfragen zu müssen.
Doch was heißt das „ich bin das Brot des Lebens. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben"?


Wenn ich das Bild vom Brot weiterdenke, heißt das für mich: Jesus macht sich klein. Er ist kein deftiges 12 Gänge-Menu, dass mir dann schwer im Magen liegt. Er beschwert nicht; er ernährt mich. Er gibt mir das, was ich zum Leben brauche. Und das, anders als das Gänge-Menu, tagtäglich und alltäglich und nicht nur in bestimmten festlichen Situationen. Er ist mein „Grund-Nahrungsmittel", das immer verfügbar ist.


Natürlich kann und darf es auch andere Dinge geben, die mich nähren – auf das Brot passt ja auch gut eine Marmelade oder ein gutes Stück Käse. Und sicherlich kann man Marmelade oder Käse auch ohne Brot essen – sie sind dann aber nicht so nahrhaft.


Jesus als das Brot des Lebens schenkt mir aber nicht nur im Hier und jetzt, was ich zum Leben brauche, sondern auch das ewige Leben: „Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben" .
Er schenkt das ewige Leben. Ganz ohne Vorleistung meinerseits. Mein Part ist es, dieses Angebot anzunehmen: mich von ihm zu nähren; von ihm in seinem Wort, in der Eucharistie, im Miteinander („wo zwei oder drei ...")... Für mich heißt das, mein Leben an ihm auszurichten und mit ihm und von ihm leben – im Alltag und auch in den außergewöhnlichen Situationen des Lebens (denn auch beim Gänge Menu wird meist Brot dazu gereicht :-)


So ist die kindliche Antwort auf die Worte des Priester neben dem Zeugnis eines tiefen Glaubens immer auch eine Anfrage an mich: nähre ich mich von Gott? Ist er mein Grund-Nahrungsmittel?

Fragen:

Wo oder wann ist Gott meine Kraftquelle?

Was sind andere Kraftquellen in meinem Leben?

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr B

Datum: 11.08.2024

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