Hinführung 5. Sonntag der Osterzeit, 28.04.2024, Joh 15,1-8
Martin Lesky
Die heutige Stelle steht am Beginn der zweiten Abschiedsrede im Johannesevangelium. Diese Abschiedsreden sind lange Reden, mit denen sich Jesus von seinen Jüngerinnnen und Jüngern verabschiedet. Das Thema dieser Abschiedsreden kann mit dem heutigen Vers 4 umschrieben werden „Bleibt in mir und ich bleibe in euch."
Jesus erzählt im heutigen Evangelium das Gleichnis vom Weinstock. Seine Zuhörerinnen und Zuhörer kennen einerseits das Bild vom Weinstock aus dem Alten Testament – in Psalm 80 ist der Weinstock ein bekanntes Bild für das Volk Israel, in Jes 5,1-5, dem Lied vom Weinberg, heißt es in Vers 7: „Ja, der Weinberg des Herrn der Heere ist das Haus Israel und die Männer von Juda sind die Reben, die er zu seiner Freude gepflanzt hat.", andererseits wussten sie, wie ein Weinberg bearbeitet werden musste. Weintrauben zählten zur Zeit Jesus zu den wichtigsten Nahrungsmitteln im Heiligen Land. Jeder Weinstock muss einmal im Jahr gut geschnitten werden. Denn nur die jungen Triebe bringen Früchte, nur an den jungen Trieben wachsen Weintrauben.
In Vers 1 steht: „Ich bin der wahre Weinstock". Also gibt es noch andere Weinstöcke, aber Jesus ist der einzig wahre Weinstock. Und dann ist im zweiten Teil dieses ersten Verses noch eine wichtige Aussage: Gott ist der Winzer. Der Winzer schneidet den Weinstock einmal im Jahr und muss beim Schneiden schon an das nächste Jahr mitdenken. Vom Winzer hängt es ab, dass die Zweige gut geschnitten werden und dadurch Frucht bringen.
Wenn ich dieses Gleichnis vom Weinstock mit den vier Ohren von Friedemann von Schulz von Thun höre, könnte es sein, dass ich mit dem Appellohr höre, dass ich Frucht bringen muss, dass es um moralisieren und richten geht, obwohl es gar nicht in dieser Stelle steht. Ich muss mir diese Stelle mit dem Beziehungsohr anhören, denn es geht um die Beziehung zu Jesus. Gott ist der Winzer, der für das Wachsen und die Frucht des Weinstocks sorgt. Jesus ist der wahre Weinstock, und „wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht" (Vers 5). Wenn wir in Verbindung zu Jesus bleiben, bringen wir automatisch reiche Frucht. Wichtig ist, dass wir mit ihm in Verbindung bleiben. Interessant ist der Satz in Vers 3: „Ihr seid schon rein kraft des Wortes, das ich zu euch gesagt habe." Weil wir als Rebe durch sein Wort bereits zugeschnitten und gereinigt sind, weil wir durch sein Wort schon ein junger Trieb sind, werden wir Frucht bringen.
Fragen zum Weiterdenken:
1. Wie gestalte ich meine Verbindung zu Jesus?
2. Habe ich das Vertrauen in Gott, dass er mich wachsen und Frucht bringen lässt?
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr B
Datum: 28.04.2024
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