Hinführung 6. Sonntag im Jahreskreis, Mk. 1,29-39
Claudia Hubert, Referentin für Weggemeinschaften und pastorale Innovation
Ein Albtraum: Aussatz, vermutlich Lepra. Wer von Lepra befallen ist, lebt wie lebendig begraben. Ausgeschlossen aus der Gesellschaft, dem Freundeskreis, der Familie. Kein Kontakt mehr mit den Menschen. Keine körperliche Nähe, keine Berührung. Chancen auf Heilung gibt es nicht, keine Therapiemöglichkeiten. Keine Teilhabe mehr am religiösen Leben, am Volk Gottes. Keine Hoffnung. Die Gelehrten sagen, eine Heilung sei genau so schwer wie einen Toten zu erwecken. Das kann nur Gott allein, niemand sonst.
Aussatz war eine Provokation für die Menschen, und eine Provokation ist es denn auch, dass dieser Aussätzige seine gesellschaftlich verordnete Quarantäne durchbricht. Dieser Kranke missachtet offen die Regeln. Er kommt auf Jesus zu, stellt sich ihm unübersehbar in den Weg, und bittet ihn, einen gesunden Fremden, um Hilfe.
Jesu Reaktion auf die Frage des Aussätzigen ihn rein zu machen - »Ich will es«. Jesus will diese menschliche Katastrophe beenden; will diesen „lebendig Begrabenen" aus seiner Isolation befreien. Allein dieses „ich will es" hätte gereicht um den Aussätzigen zu heilen. Doch Jesus tut mehr: er berührt den unberührbaren. Die Gedanke, sich dadurch anstecken zu können, scheint ihm gar nicht zu kommen. Doch so ist Jesus: er lässt sich nicht nur anrühren und sich von Sicherheitsgedanken lenken. Er hat den Menschen mit seinen Nöten im Blick. Und das, was der Kranke mit am nötigsten braucht, ist eine Berührung.
»Ich will es«. Der Kranke wird gesund. Was für Menschen unmöglich ist, ist bei Gott möglich. Da, wo Menschen zum Abstand gezwungen sind, lässt sich Gott von der Not berühren. Seine Liebe fügt das, was zerbrochen war, wieder zusammen und macht Menschenseelen heil. Seine Nähe verbindet, was getrennt war. Der große Abstand zwischen den Menschen, aber auch zwischen den Menschen und Gott, ist aufgehoben. Gott ist nah: „da berühren sich Himmel und Erde". Gott ist nah! Diese Nähe heilt. Der Aussätzige hat es erfahren. Wie kann Jesus da fordern, dass der Mann dieses Wunder der Berührung Gottes für sich behält? So etwas kann kein Mensch für sich behalten. Auch er nicht. Seine Geschichte von der Berührung Gottes hat er weitergetragen und andere damit berührt. Er hat von Gottes Nähe erzählt. Immer wieder.
Fragen:
Gibt es Menschen oder Situationen, die ich aus meinem Leben ausschließe (und diese Frage ist vollkommen wertfrei gemeint)?
Wo bin ich schon einmal von Gott berührt worden?
Wo und wie künde ich von den „Wundertaten" Gottes, die er an mir getan hat?
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
Hier als PDF
Kategorie: Hinführung, Lesejahr B
Datum: 11.02.2024
HINFÜHRUNGEN - Erhalte jeden Montag eine kurze Hinführung und drei Fragen zum Evangelium des folgenden Sonntags.
BEWEGUNGSMELDER - Erhalte Informationen über Veranstaltungen in der Diözese und deren Erneuerungsbewegungen
... und finden
GEISTreich - Diözese Innsbruck
ImpressumLinksammlungDatenschutzKontakt