15. Sonntag im Jahreskreis


Für die Weggemeinschaften gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

15. Sonntag im Jahreskreis (A), 16.07.2023, Mt 11,25-30, Hinführung
Gudrun Guerrini, Gemeindeberaterin, Mitglied der Weggemeinschaft Hall-Schönegg

Kapitel 13 des Matthäusevangeliums enthält die so genannte Gleichnisrede, eine der fünf großen Reden Jesu, die für das Matthäusevangelium charakteristisch sind. An den kommenden drei Sonntagen werden abschnittweise alle sieben Gleichnisse in den Gottesdiensten zu Gehör gebracht. Mit einer Ausnahme lautet die Einleitung stets „Mit dem Himmelreich ist es wie...". Das verdeutlicht, worum es Jesu geht. Sein zentrales Anliegen ist, den Menschen die Botschaft vom Reich Gottes näherzubringen. Auch wir, die LeserInnen heute, sind angehalten, die Gleichnisse auf dieses zentrale Anliegen hin zu lesen.
Das Gleichnis vom Sämann (Mt 13,1-9) ist sehr bekannt. Wir kennen die Logik von Aussaat und Ernte. Ziel der Aussaat sind Wachstum und Ertrag. Daher irritiert uns Menschen von heute vielleicht die Arbeitsweise des Sämanns, der sein Saatgut scheinbar planlos ausstreut. Man muss jedoch wissen, dass die Felder damals keineswegs den Anbauflächen in Österreich heute gleichen. Die Humusschicht in südlichen Ländern ist oft nur sehr dünn, der Boden von Gestein durchsetzt, von kleinen Trampelpfaden durchzogen und keineswegs unkrautfrei. Jeder Sämann zur Zeit Jesu weiß: Die Saat, die verloren geht, kann man verkraften, weil der fruchtbare Boden das ausgleicht. Diejenigen Samenkörner, die dort aufgehen, bringen einen sehr hohen Ertrag (V 8: dreissig-, sechzig-, hundertfach).
Die Deutung des Gleichnisses durch Jesus (Mt 13,18-23) erklärt: Die Saat ist das Wort, die Botschaft vom Reich Gottes, bei Mt häufig Himmelreich genannt. Das Feld sind die Menschen – unterschiedlich bereit, das Wort aufzunehmen obwohl sie es hören und obwohl sie die Zeichen sehen, die Jesus tut. Aber Jesus trifft bei seiner Verkündigung keine Vorauswahl. Er spricht zu allen Menschen (V2). Weil viele „hören und doch nicht hören, sehen und doch nicht sehen und nicht verstehen" sind die Gleichnisse eine Hilfe, die Kernbotschaft Jesu unter Zuhilfenahme von Vorgängen aus dem Alltagsleben anschaulich zu machen (V13).
Im Gleichnis und in der Deutung Jesu findet der Spannungsbogen im guten, fruchtbaren Boden seinen Höhepunkt. Der fruchtbare Boden aus dem Gleichnis (V8) entspricht in der Deutung Jesu einem Menschen, der das Wort/die Botschaft hört, sie aufnimmt und Frucht bringt. (V 23).
Die Redewendung „etwas fällt (bei mir) auf fruchtbaren Boden" ist uns in unserem Sprachgebrauch geläufig und basiert auf dem Bild einer inneren Landschaft, die vielleicht ähnlich aussieht wie das oben beschriebene Feld im Gleichnis. Der fruchtbare Boden steht für die Fähigkeit und Bereitschaft, etwas aufzunehmen. Bemühen wir uns, diesen fruchtbaren Boden in uns zu pflegen um empfänglich zu sein für das, was durch Jesus ausgesät ist.
Von Frere Roger aus Taizé ist folgendes Zitat überliefert: „Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast. Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es." Er drückt in seinen Worten aus, was in V 23 beschrieben ist und nimmt gleichzeitig den Druck und die Angst vor Überforderung. Wer Jesus nachfolgen möchte, darf ruhig klein und bescheiden anfangen mit dem, was er/sie verstanden hat. Das Bild im Gleichnis stimmt zuversichtlich. Aus jedem Samenkorn, das aufgeht, wächst eine volle Ähre mit reicher Frucht.

Fragen zum Weiterdenken:
• Spruchkarten mit kurzen und knackigen Botschaften sind sehr beliebt. An zentralen Plätzen im Wohnbereich aufgestellt erinnern sie an etwas, das uns wichtig ist, Halt und Orientierung gibt.
Besitzen Sie eine Spruchkarte, die mit der Botschaft Jesu zu tun haben könnte?
Was haben Sie vom Evangelium verstanden? Was würden Sie auf ihre persönliche Spruchkarte schreiben?
• Das Bild der Aussaat und die im Gleichnis beschriebene Dynamik ist in verschiedenen Bereichen (Erziehung, Bildung,...) sehr beliebt. Was können wir vom Sämann Jesus lernen?
• Was ist für Sie die frohe Botschaft des Gleichnisses?

 

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A

Datum: 16.07.2023

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