13. Sonntag im Jahreskreis


Für die Weggemeinschaften gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

13. Sonntag im Jahreskreis (A), 02.07.2023, Mt 10,37-42, Hinführung
Claudia Hubert, Referentin für missionarische Pastoral

Dem vorliegenden Abschnitt aus dem Matthäus Evangelium geht ein Micha-Zitat
unmittelbar voran (Mi 7,6 in Mt 10,35-36): „Denn ich bin gekommen, um den Sohn
mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die
Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen
werden seine Feinde sein." Matthäus stellt mit diesem Prophetenwort die
Entscheidung für Jesus über die Entscheidung für die engsten Beziehungen zu
Eltern und Kindern. Das Mehr-Lieben weist dabei darauf hin, dass es um den
Konfliktfall geht. Eine Nachfolge Jesu beißt sich nicht mit der Kinder- und Elternliebe.
Doch geht es eben um ein Mehr-Lieben.
Die Nachfolge Jesu wird dann auf den Ernstfall hin konkretisiert: die Aufnahme des
eigenen Kreuzes, wenn es die Situation erfordert. Matthäus nennt die Aufnahme
des Kreuzes und nicht dessen Tragen. Damit setzt er den Akzent auf den Beginn des
Kreuzweges, auf den je eigenen ersten Schritt. Die Kreuzesnachfolge spielt bei
Matthäus auf das Martyrium an, weil er die Lebensgewinnung durch die
Lebenspreisgabe benennt. Jedoch kann die Formulierung auch im allgemeinen Sinn
verstanden werden: das Leben in der Nachfolge Jesu kann immer wieder eine
Preisgabe des eignen Lebens erfordern. Darin unterscheiden sich die Bewunderer
Jesu von dessen echten Nachfolgern, denn nur Nachfolger nehmen das je eigene
Kreuz an.
Der zweite Teil der Lesung nimmt die Aufnahme der Gesandten bzw. die
Gastfreundschaft in den Blick. Die sprachliche Ausgestaltung gibt den Zeilen eine
besondere Note. Zunächst führt die Aussage zur Aufnahme aufsteigend von den
Jüngern, über Jesus, zu Gott. Dann liegt in den beiden Folgeversen ein weiterer
Dreischritt vor: Propheten, Gerechte und Kleine. Diese letzten Worte tragen
besonderes Gewicht durch den abschließenden Amen-Satz - der „geringste" Dienst
wird dadurch hervorgehoben.
Diese Logik des Kleinen oder der Kleinen, das von Gott bevorzugt wird, begegnet
uns im Alten und Neuen Testament immer wieder. Gott sieht das Kleine und
Verborgene; mehr noch: für ihn zeigt sich im Kleinen, die wahre Herzenshaltung des
Menschen – tue ich die Dinge „nur" damit sie andere sehen und mich loben und
wertschätzen? Oder tue ich sie wirklich für Gott und die Mitmenschen? Gott achtet
auf das verborgene Handeln des Menschen. Wer in den Kleinen Dingen zuverlässig
ist, der ist es auch in den großen.
Die Kleinen werden aber auch von Gott bevorzugt, weil es bei ihnen einen
Spielraum für Gott gibt. Hier kann er eingreifen, Situationen zum Guten wenden,
beschenken. Die Bedürftigkeit lädt Gott ein, zu handeln; sein Wirken sichtbar zu
machen. Wenn dieser Raum, durch was auch immer, schon besetzt ist, findet er
keinen Raum in unserem Leben zu wirken. Deshalb sagt Jesus an anderer Stelle:
„Selig die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich" (Mt. 5,3).

Fragen zum Weiterdenken:

  • Wozu kann ich in meinem Leben ganz „ja" sagen? Kann ich zu Jesus ganz „ja" sagen?
  • Wo bin ich derzeit gefragt, mein Kreuz auf mich zu nehmen?
  • Was kann ich der Logik des Kleinen abgewinnen? Gebe ich Gott Raum damit er handeln kann?

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

Hier als PDF

Hier zum Nachhören

Kategorie: Hinführung, Lesejahr A

Datum: 30.06.2023

Teilen

Anschrift

Diözese Innsbruck
ZUKUNFT.glauben
Riedgasse 9-11
A-6020 Innsbruck
 
Öffnungszeiten Büro
Mo-Di 08:30 - 11:30 Uhr
Do 08:30 - 11:30 Uhr

zukunft.glauben@dibk.at
Tel.: +43 512 2230 9603 

Impulse

HINFÜHRUNGEN - Erhalte jeden Montag eine kurze Hinführung und drei Fragen zum Evangelium des folgenden Sonntags.

zur Anmeldung

BEWEGUNGSMELDER - Erhalte Informationen über Veranstaltungen in der Diözese und deren Erneuerungsbewegungen 

zur Anmeldung

Infoscreen

Suchen ...

... und finden

GEISTreich - Diözese Innsbruck    
ImpressumLinksammlungDatenschutzKontakt

powered by webEdition CMS