12. Sonntag im Jahreskreis (A), 25.06.2023, Mt 10,26-33, Hinführung
Dekan Franz Troyer, Leiter der Bibelpastoral Innsbruck, bibelpastoral@dibk.at
Fürchte dich nicht – das ist leichter gesagt als getan!
Irgendwo in einem Krankenhaus lag ein kleiner Bub, der operiert werden sollte. Der
Vater hatte ihn ins Krankenhaus gebracht und suchte nun dem Kleinen Mut zu machen.
"Vater", sagte der Bub, "ich habe gar keine Angst, wenn du bei der Operation bei mir
bleibst." Da meinte der Vater: "Gut, ich bleibe bei dir." Der Arzt erlaubte es, und so setzte
sich der Vater neben sein Kind, das nun auf dem Operationstisch lag. Als der Bub
betäubt werden sollte, sah er nochmals den Vater an und sagte: "Vater, bist du da?"
Dann begann die Narkose zu wirken. "Nun können sie gehen", meinte der Arzt, als der
Kleine eingeschlummert war, und die Operation beginnen sollte. "Nein", antwortete der
Vater, "ich habe meinem Buben versprochen, bei ihm zu bleiben." "Gut, dann bleiben
sie!" Die Operation gelang. Als der Bub aus der Narkose erwachte, hielt der Vater immer
noch seine Hand. Da lächelte er und sagte ganz leise: "Vater, du bist da." und schlief
wieder ein. Er wusste, sein Vater blieb bei ihm. (Auf die Nähe Gottes vertrauen; aus: Willi
Höffsümer, Kurzgeschichten 1, Nr 92)
Angst und Furcht ist uns Menschen nicht fremd, es gibt keinen Menschen ohne Angst:
Jesus spricht heute im Evangelium auch von der Angst. Es ist hilfreich einmal genauer
zu schauen:
a) von welcher Furcht spricht Jesus?
b) wie rät er uns, damit umzugehen?
c) wiebegründet er dies?
a) Jesus spricht von der Angst im Umgang mit der Wahrheit und der Angst vor
Menschen, die mir schaden wollen. Eigenartig: Es geht in beiden Fällen um eine
Angst vor Menschen und im Umgang mit Menschen.
b) Jesus sagt: Fürchtet euch nicht! und wiederholt diesen Satz gleich dreimal. Jesus
weiß, dass Befehle dieser Art nicht helfen – das Leben wäre zu einfach, wenn ich
zu mir oder anderen sagen könnte „Hab keine Angst" und jede Angst wäre
verschwunden. So einfach ist das Leben leider nicht.
c) Bei der Angst im Umgang mit der Wahrheit ist Jesus ganz nüchtern: Die Wahrheit
bringt sowieso alles an den Tag: Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt ist. Was ich
euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag. Am besten sofort die
Wahrheit sagen, dann ersparen wir uns das Zittern und die Unsicherheit, wann
etwas auffliegt.
Bei der Angst vor Menschen, die mir schaden wollen sagt Jesus als Ermutigung: Mensch, du bist unendlich wertvoll, dir kann eigentlich niemand schaden, das isthöchstens ein Kratzen an deiner Würde. Du bist wertvoller als die Spatzen undsogar diese sind vor Gott wertvoll: Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.Jesus unterstreicht das noch und betont, dass jeder Mensch für Gott so bekanntist, dass Gott sogar die Anzahl seiner Haare weiß. Bei euch sind sogar die Haareauf dem Kopf alle gezählt.
Einer meiner Lieblingssätze heißt: Ein gläubiger Mensch hat nicht weniger Probleme,
aber mehr Lösungsmöglichkeiten. Muss ich wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte
kein Unheil. Denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht. (Psalm
23)
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Hier zum Nachhören
Kategorie: Hinführung, Lesejahr A
Datum: 23.06.2023
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