Dreifaltigkeitssonntag (A), 04.06.2023, Joh 3,16-18, Hinführung
Dekan Franz Troyer, Leiter der Bibelpastoral Innsbruck, bibelpastoral@dibk.at
Vielleicht hast du dir schon einmal die Frage gestellt, mit welchem Satz du das Leben
Jesu zusammenfassen möchtest. Was ist das Besondere an Jesus? Warum kam er
in diese Welt?
In den vier Evangelien sehe ich folgende Schwerpunktsetzungen:
Johannes 3,17: Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die
Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Markus 10,45 (= Matthäus 20,28): Denn auch der Menschensohn ist nicht
gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben
hinzugeben als Lösegeld für viele.
Lukas 19,10: Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten,
was verloren ist.
Gespräch Jesu mit Nikodemus in Johannes 3
Das Johannesevangelium enthält mehrere lange Gespräche zwischen Jesus und
suchenden Menschen. Musterhaft werden etwa in den Kapiteln 3 und 4 zwei
Begegnungen geschildert, die beim Start unterschiedlicher nicht sein könnten und
sich gerade deswegen auch ergänzen. Es ist in Kap 3 das Gespräch Jesu mit dem
Gelehrten Nikodemus, der als Ratsherr zur religiösen Elite gehört, und in Kap 4 mit
der namenlosen Samariterin, aus Sicht der Juden und aufgrund ihrer
Lebensgeschichte eine Außenseiterin. Beide Gespräche bewegen sich auf mehreren
Gesprächsebenen und wirken deshalb auf den ersten Blick unverständlich.
Nikodemus kommt heimlich in der Nacht zu Jesus. Er redet Jesus sofort als Rabbi an
und betont schon in den ersten Worten sein Wissen über ihn: Rabbi, wir wissen, du
bist ein Lehrer, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann die Zeichen tun, die
du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist. Jeweils eingeleitet mit den Worten Amen, amen,
ich sage dir formuliert Jesus beim Gespräch sofort theologische Gedanken von einer
neuen Geburt sowie der Geburt aus Wasser und Geist. Nikodemus nimmt diese
Worte seines Gesprächspartners ganz wortwörtlich und schafft es zunächst nicht, die
Quergedanken Jesu zu verstehen. Jesus verschont daraufhin den Gelehrten nicht
und meint: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht? Als Kenner der großen
biblischen Tradition müsste Nikodemus doch wissen, dass Jesu Worte nicht
wortwörtlich, sondern viel tiefer zu deuten sind. Das Gespräch schließt in mit einem
langen Monologteil Jesu (Johannes 3,14–21).
Fragen zum Weiterdenken:
1. Wie würde ich das Wirken Jesu in einem Satz zusammenfassen?
2. Wo gleiche ich dem jüdischen Ratsherrn Nikodemus?
3. Was möchte ich Jesus gerne fragen?
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A
Datum: 25.05.2023
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