4. Sonntag in der Osterzeit


Für die Weggemeinschaften gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

4. Sonntag der Osterzeit (A), 30.04.2023, Joh 10,1-10, Hinführung
Dominik Höchtl, Pastoralassistent in Ausbildung („Brunnen" im DEZ und SR
St. Paulus/St. Pirmin)


Die Hirtenmetapher ist ein beliebtes Motiv im Ersten und im Neuen Testament. Es
durchzieht die Kirchengeschichte und wird zum Sinnbild der kirchlich-hierarchischen
Strukturen. Michel Foucault wird den Hirten als unhintergehbare Leitfigur analysieren,
der für seine Schäfchen verantwortlich ist und sie zu kennen hat, bis hinein in ihre
intimen Gedanken. Gefährlich, denke ich mir, gefährlich...
Doch diese Bibelstelle hat noch eine andere Seite, denn auf mich wirken die Schafe
hier alles andere als dumm, alles andere als führungsbedürftig! "Die Schafe folgen
ihm; denn sie kennen seine Stimme" (Joh 10,4), heißt es da. Nicht der Hirte kennt die
Schafe, sondern erst ist es umgekehrt. Dann weiter: Diebe und Räuber im Fenster,
"aber die Schafe haben nicht auf sie gehört." (Joh 10,8) Schafe, die selbst
entscheiden können, wem sie folgen, und eine besondere Gabe: Nennen wir es
Intuition, ein vages Gefühl oder mit dem 2. vatikanischen Konzil die "verborgenste
Mitte und das Heiligtum im Menschen" - das Gewissen (GS 16). Ein Schaf, das
vielleicht nicht unterscheiden kann zwischen Tür und Fenster, noch dass es normal
ist, nur durch Erstere zu gehen und nicht durch Zweiteres zu klettern. Aber es spürt
ein Unwohlsein, ein Unbehagen, diffus und doch: Irgendetwas stimmt nicht!
Jesus gibt sich als Tür zu erkennen, durch die der Hirte erkannt wird. Erst danach
wird er sagen: "Ich bin der gute Hirt." (Joh 10,11) Und heute? Wem erlauben wir Hirt
zu sein über unser Leben? Hinterlässt nicht Jesu Tod eine gewisse Leerstelle,
bewusst offen gelassen auf jegliche neue Beziehungserfahrung hin? Offen daraufhin,
wie mir ein anderer Mensch gegenübertritt. Offen daraufhin, wie ich mir selbst
gegenübertrete. Und immer wieder die Frage: Fühlt es sich stimmig an oder stimmt
irgendetwas nicht?


Fragen zum Weiterdenken:

1. Gibt es Situationen in meinem Leben, in denen ich ein vages Gefühl spüre:
Irgendetwas stimmt nicht? Schiebe ich es beiseite oder kann ich darüber
nachdenken, was hier nicht stimmt?
2. Gibt es bestimmte Menschen, Werte oder etwas Anderes, an dem ich mich
orientiere und sind diese Orientierungspunkte veränderbar?
3. Was muss passieren oder der Fall sein, damit ich meine Orientierungspunkte
ändern kann, wenn sie sich nicht mehr stimmig anfühlen?

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A

Datum: 30.04.2023

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