Hochfest der Gottesmutter Maria (A), 01.01.2023, Lk 2,16-21, Hinführung
Carina Mathoy, Pastoralassistentin und Lehrerin
Viele atmen an den Tagen nach dem großen Weihnachtsfest auf. Gottesdienste, Feiern,
Geschenke kaufen und Familientreffen sind vorbei und nun beginnt eine wirklich ruhige
Zeit. Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigsfest herrscht ein zeitlicher
Ausnahmezustand. Die Uhren gehen anders – langsamer, ruhiger. Die Erwartungen
verblassen und der Stress fällt bei vielen ab. Kommt es Ihnen auch so vor?
Das Weihnachtsereignis erinnert mich manchmal an eine nostalgische Filmszene: Das
Kind, der Retter der Welt, ist geboren. Die Engel singen und große Freude breitet sich
aus. Und dann? Die Klappe fällt und der Abspann des Films wird eingeblendet.
Das Sonntagsevangelium am Neujahrstag blickt noch einmal zurück und nimmt die Szene
erneut auf, jedoch wird die Perspektive geändert. Aus der vorerst objektiven Erzählung
wird nun auf die Protagonisten „gezoomt". Die Hirten mit ihrer überschwänglichen Freude
rücken in den Vordergrund. Die überwältigenden Nachrichten, die ihnen von Engeln
verkündet worden sind, können sie nicht mehr für sich behalten und sie erzählen allen (Lk
2,17-18) davon. Wer mit diesen „allen" gemeint ist, wird nicht genauer beschrieben, jedoch
schafft es der Evangelist Lukas die HörerInnen und LeserInnen in diese Heilsgeschichte
miteinzubinden. Maria, deren Hochfest wir am Neujahrstag feiern, nimmt eine
Gegenposition zu den Hirten ein. Die Reaktion auf die Worte der Hirten wird als ruhiges
Wahrnehmen und Staunen beschrieben. Es gibt keine laute Bestätigung und lobenden
Beifall auf die begeisterten Besucher. Und so kommt mir Lk 1,26-38 in den Sinn: Die
Begegnung Mariens mit dem Engel Gabriel hatte eine ähnliche Dynamik. Maria erschrak
als ihr der Engel erschien und war zunächst sprachlos, sie ließ den Engel reden und stellte
ihm – vor ihrer Zustimmung – noch ihre offenen Fragen. Es ist spannend, wie
unterschiedlich Menschen mit Botschaften umgehen. Und was macht Maria nun? Es wird
beschrieben, dass sie dieses Mal keine verbale Antwort gibt. Sie bewahrt die gehörten
Worte in ihrem Herzen und denkt darüber nach. Und die Hirten? Ihre Begeisterung und
Freude halten an und sie kehren lobend wieder zurück zu ihren Feldern. In den
abschließenden Versen wird der Brauch, dass jeder männliche Jude am 8. Tag nach der
Geburt beschnitten werden soll, angefügt und auch hier folgt eine kurze Rückblende zu Lk
1,31: „Du sollst ihm den Namen Jesus geben."
Fragen zum Weiterdenken:
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
Hier als PDF
Hier zum Nachhören
Kategorie: Hinführung, Lesejahr A
Datum: 01.01.2023
HINFÜHRUNGEN - Erhalte jeden Montag eine kurze Hinführung und drei Fragen zum Evangelium des folgenden Sonntags.
BEWEGUNGSMELDER - Erhalte Informationen über Veranstaltungen in der Diözese und deren Erneuerungsbewegungen
... und finden
GEISTreich - Diözese Innsbruck
ImpressumLinksammlungDatenschutzKontakt