25. Sonntag im Jahreskreis (C), 18.09.2022, Lk 16,1-13, Hinführung
Martin Lesky, Abteilungsleiter für missionarische Pastoral
In der Einheitsübersetzung kommen unmittelbar vor der heutigen Stelle zwei Gleichnisse,
in denen es um „Verlorenes" geht. Zuerst das Doppelgleichnis vom verlorenen Schaf und
von der verlorenen Drachme, das wir letzten Sonntag gehört haben, dann das Gleichnis
vom verlorenen Sohn. Was geht im heutigen Evangelium verloren? Der Verwalter verliert
das Vertrauen seines Chefs, des reichen Mannes. Wir wissen nicht, ob dieses Misstrauen
gerechtfertigt ist. Er wird beschuldigt, kann sich aber nicht verteidigen. Als er dann
Rechenschaft ablegen soll, überlegt er sich, wie er das Vertrauen der Leute in den
Häusern gewinnen kann, dass sie ihn aufnehmen. Er lässt die Schulden seines Herrn
herabsetzen und erkauft sich sozusagen die Freundschaft der Schuldner seines Herrn.
Nach dem Gleichnis lobt Jesus den ungerechten Verwalter für sein kluges Handeln. Die
Verse 8 und 9 sind eine Zustimmung zu seinem Verhalten. Jesus sagt, dass der Verwalter
als „Kind dieser Welt" klug gehandelt hat. Er bleibt seinen Werten treu, die sein eigenes
Wohl über alles andere stellt. Auch die Kinder des Lichtes sollen sich Freunde machen mit
dem ungerechten Mammon.
In den anschließenden Versen kommentiert Jesus das Verhalten des Verwalters, indem er
einerseits die Verlässlichkeit, andererseits das Vertrauen anspricht. Auch wenn der
Verwalter klug gehandelt hat, so wird er weder als zuverlässig noch als vertrauenswürdig
bei den Menschen angesehen. Schließlich sagt Jesus ganz klar, dass wir nur Gott dienen
können.
Wenn es schon am Beginn heißt: „Jesus sprach aber zu den Jüngern", dann deutet dies
darauf hin, dass mit diesem Gleichnis ein neuer Aspekt ins Spiel kommt. Es ist sowohl die
Verlässlichkeit, die sich in den kleinen wie großen Dingen entwickelt und zeigt, als auch
die Verantwortung, die wir als Christ/innen haben. Wenn wir Rechenschaft abgeben
müssen für unser Verhältnis zu den materiellen Gütern und zu Besitz, wie werden wir
antworten? Heute wie damals vertrauen viele Menschen auf Besitz und die eigene
Leistung, die das Leben absichern und sie unabhängig machen. Die biblische Tradition ist
anderer Meinung: Leben gelingt nur in Beziehung zu Anderen, zu Menschen und zu Gott –
unabhängig vom Besitz.
Fragen zum Weiterdenken:
1. Welchen Wert lege ich in Besitz, materielle Güter und meine Leistung?
2. Welchen Stellenwert hat Engagement für andere in meinem Leben?
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C
Datum: 20.09.2022
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