19.Sonntag


Für die Weggemeinschaften gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

19. Sonntag im Jahreskreis (C), 07.08.2022, Lk 12,32-48, Hinführung
Nora Bösch, Gemeindeleiterin St. Martin, Pastoralleitung Kath. Kirche Dornbirn

Die ersten Christen waren fest davon überzeugt, dass die Wiederkunft Jesu unmittelbar bevorsteht und sie diese erleben würden. Da sich diese Hoffnung nicht erfüllte, wurden sie gleichgültiger und nachlässiger in der Nachfolge Jesu. Der Evangelist Lukas wollte sie ermahnen und zur Wachsamkeit aufrufen. Denn Jesus kam zwar nicht real zu ihnen, aber dennoch war und blieb er gegenwärtig in denen, die an ihn glaubten, ermutigte sie, stärkte sie, tröstete und begleitete sie und gab Anstöße für ein gelingendes Leben.
Ein Gedanke, der mich in Zusammenhang mit diesem Evangelium beschäftigt ist, dass wir immer wieder Zeiten erleben, in denen wir die (scheinbare) Abwesenheit Gottes aushalten müssen. Wie viele von uns haben sich wohl schon gefragt, wo Gott denn da ist, wenn wir mit schwerer Krankheit konfrontiert sind, Lebenspläne zerstört werden, Beziehungen zerbrechen, existentielle Not uns trifft oder wenn Krieg, Klimakrisen und Machtmissbrauch gutes Leben unmöglich machen. Der Schrei nach Gott in diesen Situationen ist oft laut, und viele meinen, da keine Antwort von ihm zu hören! Da wird dann die Frage gestellt, warum Gott nicht hilft, tröstet, begleitet! Er scheint abwesend zu sein und sich nicht um die Menschen zu kümmern! Diese Abwesenheit gilt es auszuhalten.
Und gleichzeitig gilt es, achtsam zu warten, auf sein Anklopfen zu hören und ihn einzulassen, wenn die Zeit dafür da ist. Gott kommt wieder, er zeigt sich in jedem Leben, ganz egal wie gelungen oder verquer es gerade ist. Gott kommt und möchte uns wach finden, bereit zum Aufbruch (gegürtet) und bereit, Lichtträger (mit brennenden Lampen) zu sein. Doch als erstes will er Mahl halten, da sein für uns und uns dienen. Als erstes will er die Gemeinschaft mit uns, uns Nahrung sein für Körper, Geist und Seele.
Die Aufforderung des Evangelisten Lukas zur Wachsamkeit will uns erinnern, unsere inneren Antennen auszurichten auf ihn, der kommen will. Innerlich wach zu bleiben, damit wir sein Klopfen hören und ihm dann unsere Herzenstüren öffnen. Wie jede und jeder Einzelne diese Achtsamkeit pflegt, kann ganz verschieden sein: Allein oder in Gemeinschaft, in der Natur oder an einem stillen Ort, im Hören oder im Schauen. Denn er sehnt sich nach einem guten Leben für alle, zu dem wir alle in seiner Nachfolge mitwirken sollen!

Fragen zum Weiterdenken:
• Kenne ich Zeiten der „Abwesenheit Gottes" in meinem Leben? Zeiten, in denen ich gedacht / gefühlt habe, dass er nicht (mehr) da ist? Was hat das in mir ausgelöst? – Sehnsucht nach ihm? Resignation? Verzweiflung? Ohnmacht? Gleichgültigkeit?
• Wie versuche ich, wach und aufmerksam für sein Ankommen in meinem Leben zu sein und zu bleiben? Was hilft mir da? Stille? Ein Spaziergang in der Natur? Gebet und / oder Gottesdienst? Austausch mit anderen?

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C

Datum: 05.08.2022

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