21. Sonntag im Jahreskreis (C), 21.08.2022, Lk 13,22-30, Hinführung
Nora Bösch, Gemeindeleiterin St. Martin, Pastoralleitung Kath. Kirche Dornbirn
In diesem Abschnitt des Lukas-Evangeliums geht es um das Reich Gottes und die Frage, wer
denn da Eintritt finden wird. Mit den Bildern der Tür und der Tischgemeinschaft macht
Jesus seine Zuhörer und Zuhörerinnen darauf aufmerksam, worauf es ankommt.
Jesus zieht auf seinem Weg nach Jerusalem von Dorf zu Dorf. Er lehrt die Menschen, und
sie erfahren im Zusammensein mit ihm, dass er selbst diese Lehre bis in die letzte
Konsequenz lebt. Er wendet sich den Menschen am Rand zu, er durchbricht Tabus, er zeigt
eine neue Art zu leben auf. Viele sind begeistert und folgen ihm nach, aber für viele ist
dieser Weg zu herausfordernd und sie wenden sich ab.
Jesus selbst, mit seiner Lehre und seinem Leben, ist diese Tür zum Reich Gottes. Im
Evangelium haben wir gehört: „Bemüht euch nach allen Kräften, durch die enge Tür zu
gelangen" – dieses Wort Jesu ist ein Appell an alle, sich wie er für das Reich Gottes
einzusetzen. Jesus weiß, dass der Weg in seiner Nachfolge herausfordernd ist, dass es auch
Momente geben kann, die mutlos machen. In der Nachfolge Jesu zu leben stellt uns immer
wieder vor Entscheidungen. Entscheidungen, die unseren ganz normalen Alltag betreffen,
unser Zusammenleben in den Familien, unseren Arbeitsalltag, unsere Freizeit. Aber auch
Entscheidungen, die uns in konkreten Situationen abverlangt sind, im Angesicht von Not
und Leid um uns herum und auf der Welt. Die Frage heißt immer wieder: Wie will und kann
ich mein Christ-Sein hier und jetzt leben?
Irgendwann, so hören wir weiter im Evangelium, ist die Tür zum Reich Gottes dann
verschlossen. Und diejenigen, die noch draußen sind, bitten um Einlass. Sie berufen sich
darauf, dass sie den Herrn doch kennen. Doch er schickt sie fort. Es reicht nicht, dass sie mit
ihm Mahl gehalten und seine Lehren gehört haben. Denn sie haben zwar gehört, sich aber
im Handeln gegen diesen Weg entschieden, haben sich nicht wie der Herr auf die Seite
derer gestellt, die wenig Beachtung finden.
Wenn wir dann aber schauen, wer bei der großen Tischgemeinschaft im Reich Gottes dabei
ist, dann weckt das wieder Zuversicht und Hoffnung: Denn Abraham, Isaak, Jakob und die
Propheten waren Menschen, die nicht alles richtig gemacht haben. Sie haben Unrecht getan,
verletzt und sind immer wieder gescheitert. Aber sie haben immer wieder neu angefangen,
sich für das Reich Gottes einzusetzen.
Und wenn wir an die kleinen Mahlgemeinschaften denken, die Jesus gehalten hat, dann
sehen wir das bestätigt. Nicht, dass wir schuldig werden, schließt uns aus dieser
Mahlgemeinschaft aus, sondern die Untätigkeit und die Weigerung zu leben, was wir von
Jesu Botschaft verstanden haben. Es geht um das Bemühen, sich immer wieder neu an der
Botschaft Jesu auszurichten, in allem, was wir tun. Oder, wie Frère Roger von Taizé öfters
gesagt hat: „Lebe das, was Du vom Evangelium begriffen hast! Und wenn es auch noch so
wenig ist. Aber lebe es!"
Fragen zum Weiterdenken:
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
Hier als PDF
Kategorie: Hinführung, Lesejahr C
Datum: 19.08.2022
HINFÜHRUNGEN - Erhalte jeden Montag eine kurze Hinführung und drei Fragen zum Evangelium des folgenden Sonntags.
BEWEGUNGSMELDER - Erhalte Informationen über Veranstaltungen in der Diözese und deren Erneuerungsbewegungen
... und finden
GEISTreich - Diözese Innsbruck
ImpressumLinksammlungDatenschutzKontakt