Hinführung Palmsonntag 2025


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierte gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung Palmsonntag, 13.04.2025, Lk 19, 28-40
Magdalena Collinet, Leiterin Frauenreferat Diözese Innsbruck

Heute ist der erste Tag der letzten Tage Jesu und wir beginnen diesen Tag im liturgischen Jahr immer sehr bewusst, indem wir die Passion einmal zur Gänze hören. Zuvor erzählt uns aber das Evangelium von dem Einzug Jesu in Jerusalem. Für Kirchgänger: innen beginnt heute auch – egal ob Sie regelmäßig in die Kirche gehen oder nur zweimal im Jahr – die Zeit in der uns die Texte sehr bekannt sind. Wir wissen, was uns in der Karwoche erwartet, wir wissen, wie die Geschichte endet. Damit ist es auch eine Herausforderung, sich jedes Jahr auf's Neue von der Passion Jesu, seinem Leiden und Sterben, aber auch seiner Auferweckung berühren und mitreißen zu lassen. Die Erfahrungen von Jesus – vor allem seine Erfahrungen des Leidens, des Ausgegrenzt-werdens, der Folter, des Todes und der Auferstehung sind einzigartig, weil sie die Grundlage unseres Glaubens bilden, aber sind nicht ein-malig. Sein Leid wurde und wird von vielen Menschen weltweit empfunden und ertragen.

Am Anfang dieser – Jesu – Leidensgeschichte steht aber die Freude von Palmsonntag: "Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Ehre in der Höhe!", so bejubelt die Schar der Jünger:innen den Einzug Jesu nach Jerusalem. Zentral für diese Szene ist ein Tier, nämlich das Eselfohlen auf dem Jesus reitet. Der Esel ist eine Friedensbotschaft, denn Pferde werden im Krieg als Reittiere verwendet. Im Alten Testament reiten Propheten auf Esel. Der Prophet Bileam beispielsweise (im Buch Numeri) wird von seiner Eselin auf den rechten Weg zurückgeführt. In der Bildsprache des alten Orients ritten Könige auch auf Esel. Jesus geht noch einen Schritt weiter und reitet auf dem Fohlen einer Eselin. Es ist nicht sein Esel, der ihn schon immer begleitet, es ist nicht sein Besitz – er leiht sich das Fohlen aus. Ein kleines, unscheinbares Wesen, das eigentlich noch von seiner Mutter abhängig ist, wird an diesem Tag zum Reittier des Königs. In der christlichen bzw. jesuanischen Bilderwelt scheint es doch so, als würde ein Esel (oder eine Eselin) Jesus sein Leben lang begleiten: Bei Jesu Geburt in der Krippe ist ein Esel dabei, bereits vorher am Weg nach Betlehem kennen wir viele Bilder, wo Maria auf einem Esel reitet und genauso später bei der Flucht nach Ägypten ist es oft ein Esel, der die kleine Familie unterstützt. Gott traut diesem kleinen Tier Großes zu!

Mit diesem Tag und dem Einzug in Jerusalem erfüllt sich das Schriftwort aus der Hebräischen Bibel (dem Ersten oder Alten Testament). In Sacharja 9 steht: „Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil, demütig ist er und reitet auf einem Esel, ja, auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin." – Es wird uns in den Texten der Karwoche noch öfter begegnen, dass sich ein Schriftwort aus dem Ersten Testament erfüllt. Manchmal ist es sogar Jesus selbst, der etwas bestimmtes sagt oder tut „damit sich das Schriftwort erfüllt". Also nicht nur wir beginnen die Kartage liturgisch sehr bewusst, auch Jesus zelebriert seinen Einzug in Jerusalem bewusst: er gibt den Jüngern klare Anweisungen, was sie sagen und tun sollen. Weiß er was auf ihn zukommt, sobald er durch das Stadttor von Jerusalem reitet? Vielleicht. Aber ich will mich einlassen auf das, was kommen wird. Will mit Jesus mitfiebern, mich mitfreuen und trauern. Und dann hoffe ich, dass Ostern wird – in der Liturgie und in mir.

Fragen:

  • Wie schaffst du es, dich auf Altbekanntes neu einzustellen?
  • Wie willst du die Karwoche gestalten?

 

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

Hier als PDF

 

 

Kategorie: Hinführung, Lesejahr C

Datum: 07.04.2025

Teilen

Anschrift

Diözese Innsbruck
ZUKUNFT.glauben
Riedgasse 9-11
A-6020 Innsbruck
 
Öffnungszeiten Büro
Mo-Di 08:30 - 11:30 Uhr
Do 08:30 - 11:30 Uhr

zukunft.glauben@dibk.at
Tel.: +43 512 2230 9603 

Impulse

HINFÜHRUNGEN - Erhalte jeden Montag eine kurze Hinführung und drei Fragen zum Evangelium des folgenden Sonntags.

zur Anmeldung

WEGGEMEINSCHAFTEN - Erhalte jeden Dienstag eine kurze Weggemeinschaft.

zur Anmeldung

Infoscreen

Suchen ...

... und finden

GEISTreich - Diözese Innsbruck    
ImpressumLinksammlungDatenschutzKontakt

powered by webEdition CMS