Hinführung 3.Advent, 15.12.2024, Lk. 3,10-18
Dr. Claudia Hubert, Fachreferentin Zukunft.Glauben
Als ich das Evangelium vom heutigen Sonntag las, blieb ich am letzten Satz hängen:
„Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk und verkündete die frohe Botschaft."
Mahnung und frohe Botschaft – wie geht das zusammen? Schließt sich das nicht aus?
„Die Frohbotschaft kommt ganz offensichtlich ohne die Drohbotschaft nicht aus. Das ist nicht nur bei Johannes, dem Täufer, so. Auch in Jesu Predigt und in den neutestamentlichen Briefen wird nicht nur gemahnt, sondern auch mit dem Gericht gedroht. Es geht um den ganzen Ernst des Evangeliums von der gestrengen Liebe Gottes. Jesus sprach aber auch und lieber von Gottes vorleistungsfreier Liebe, welche die tiefinnere Umkehr zu Gott erst ermöglicht. Und so hat eben auch der Advent genau diese zwei Seiten. Er hat die frohe Seite, die wir gerade heute, am Sonntag Gaudete hören dürfen. Die Vorfreude der ersten Lesung: „Tochter Zion freue dich!" Erstrecht die frohe Botschaft der Zweiten Lesung: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit... Der Herr ist nahe!" Die andere, die ernste, die fordernde Seite der Adventszeit war im heutigen Evangelium nicht zu überhören."
Die Freude über Gottes vorleistungsfreier Liebe zu einem jeden von uns und die Warnungen gehören also zusammen?
Ich denke schon. Wenn man als Elternteil weiß, das etwas dem Kind nicht gut tut, dann warnt man es davor und versucht die Beweggründe der Warnung zu erklären. Johannes und später auch Jesus machen das ähnlich: sie zeigen die Seligkeit und die Fühle des Lebens auf, die wir, durch das Glauben an Gottes Liebe, unsere Erlösung durch Ihn und durch das Leben in Gemeinschaft mit Ihm, episodenhaft schon hier auf Erden und später in seiner ganzen Fülle für immer und ewig erfahren dürfen. Doch genauso machen Johannes und Jesus auch auf die Konsequenzen aufmerksam, wenn wir das Rettungsangebot Gottes ablehnen – der Schmerz des Lebens in ewiger Gottesferne. Dabei bleibt der Einzelne in seiner Entscheidung frei. Das Angebot kann (dankend) angenommen oder aber abgelehnt werden. Gott wart auch hier die uns von Ihm selbst geschenkte Freiheit.
Wann die Hinwendung zu Gott und die Annahme des Rettungsangebotes Gottes erfolgt – ob von Kindesbeinen an, oder aber in der Stunde des Todes, wenn wir vor Ihm der end- und bedingungslosen Liebe stehen – das steht nicht geschrieben und scheint vorrangig nicht von Belang zu sein.
Vom Guten, das man an sich erfahren und erlebt hat, reden und vor den Gefahren warnen – das scheint mir durchaus eine „frohe Botschaft" zu sein.
Fragen:
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr B
Datum: 09.12.2024
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