33. Sonntag im Jahreskreis


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierte gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung 33. Sonntag im Jahreskreis, 17.11.2024, Mk. 13,24-32
Natalie Margreiter, Organisationsreferentin Zukunft.Glauben

 

Kennst du das Gefühl etwas vor dich her zu schieben? Es einfach zu ignorieren, bis es unweigerlich nicht mehr geht? Genau so ergeht es mir mit dieser Bibelstelle. Warum? Ich mag diese Apokalypsen schlichtweg nicht. Überhaupt tue ich mir mit diesen Bildern schwer. Wenn ich lese „Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen, ..." (V. 26 – vgl.Daniel, 6), dann stelle ich mir das gerne bildlich vor. Dann fühlt es sich aber eher so an, als wäre ich im Kino. In einen der großen Hollywood Blockbuster, die sich mit dem Weltuntergang auseinandersetzten. Deshalb habe ich diese Stellen bewusst „überlesen" und mir wenig Gedanken dazu gemacht.

Aber oft kommt es ganz anders als man am Anfang denkt. Gerade in der heutigen Zeit gelingt es mir nicht mehr diese Stellen zu ignorieren. Ich schaue jeden Tag die Nachrichten – am Smartphone sind die Nachrichten Apps bei mir noch mehr aktiv als die von Sozialmedia. Und was mich dort tagtäglich erwartet schockiert mich jedes Mal. Jedes Mal, wenn von einem Unwetter berichtet wird oder von einer schrecklichen Straftat oder von einem Krieg, von Ungerechtigkeiten in dieser Welt oder möglichen Horrorszenarien bin ich getroffen. Diese Betroffenheit hält mal länger und mal weniger lang an, aber wenn ich ehrlich bin, oft genauso lange bis die nächste Headline eintrifft, bis die nächste Pushnachricht vom „neuesten" Ereignis auf der Welt berichtet. Diese Tatsache stört mich schon seit Längerem. Diese Flut an Nachrichten macht es mir unmöglich, alles zu erfassen und zu verarbeiten. Ich erleb mich beim gefühlten „Wegignorieren". Dann will ich mich bewusst ablenken und schlag die Bibel auf, um mich vorzubereiten, und was lese ich da? Wieder eine Erklärung, dass der Weltuntergang bevor steht. Na super, dachte ich, ich will erbaut und nicht noch mehr damit konfrontiert werden, wie kaputt wir diese Welt schon gemacht haben. Auch schon damals. Ich wurde aber neugierig und machte mich auf die Suche nach Antworten. Warum hat Jesus so gesprochen, warum hat jedes Evangelium eine kleine Apokalypse im Skript? Damals war es so wie heute, die Bildsprache wurde am leichtesten verstanden. Wollte man etwas sehr deutlich machen, verwendete man Bilder, welche die Menschen schon kannten. Jesus machte das in dieser Stelle auch, einmal der Weltuntergang – dort verwendet Jesus Bilder, die schon im Alten Testament vorkamen - und einmal mit dem Bild des Feigenbaums. Das brachte mich noch mehr zum Nachdenken. Jesus spricht davon, dass die Engel ausgeschickt werden, um die „Auserwählten" (V.27) zu sammeln und ermahnt uns, vom Gleichnis des Feigenbaums (V. 28). zu lernen.

Der Feigenbaum gilt als Zeichen der Zukunft. In der Zeit Jesu galten sie – ähnlich wie der Weinstock – als wichtiger Fruchtbaum. Neben dem, das er Schatten spenden konnte, trug er mehrmals im Jahr Früchte und sicherte dadurch Nahrung und Einkommen. Jesus zeichnet nicht nur ein Bild des Untergangs, um Angst zu verbreiten, er macht klar, dass es so kommen muss, damit es Gut werden kann. Er will das man wachsam bleibt, denn auch er kann nicht sagen, wann das „Nahe" kommt. Ich lese diese Stelle heute anders als das aller erste Mal. Heute lese ich heraus: Das Gott in jeder Kriese da ist, das Gott mich überall auf der Welt dann finden wird und dass man keine Angst haben muss, trotzdem aber „wachsam" bleiben soll. Ich lese diesen Teil des Evangeliums bewusst nur im Kontext der damaligen Zeit.

Für mein Heute kann ich aber auch etwas mitnehmen: vielleicht lohnt es sich für mich die Nachrichten Apps auszuschalten und mich mehr am Schönen zu erfreuen. Ähnlich wie am blühenden Feigenbaum, manchmal muss man dranbleiben und den Dingen Zeit geben.

Weiterführende Fragen:

  1. Wie geht es dir bei diesen Apokalyptischen Erzählungen?
  2. Welche Hoffnung lehrt uns diese Stelle im Evangelium?
  3. Wo im Leben willst du noch wachsen? 

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

Hier als PDF

 

 

Kategorie: Hinführung, Lesejahr B

Datum: 11.11.2024

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