22. Sonntag im Jahreskreis


Für die Weggemeinschaften und alle Interessierte gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

Hinführung, 01.09.2024, 22. Sonntag im Jahreskreis, Mk 7,1-8.14-15.21-23
Claudia Hubert, Fachreferentin pastorale Innovation und Weggemeinschaften, Zukunft.glauben

 

„Richtet nicht." Dieser Satz steht zwar nicht im heutigen Evangelium, könnte aber als dessen Überschrift dienen.
Wir hören heute, wie die Pharisäer die Jünger Jesu verurteilen: sie seien unrein, da sie das Essen mit unreinen, d.h. ungewaschenen Händen zu sich nehmen. Der Verstoß der Regel wird hergenommen um die Menschen zu verurteilen; um sich besser dastehen zu lassen.
Wenn Jesus sie zurechtweißt, geht es ihm nicht darum, eine Hygienevorschrift oder ein Gebot außer Kraft zu setzten; zu sagen, es sei nichts wert. Vielmehr geht es um die Haltung der Pharisäer: Menschen aufgrund von Äußerlichkeiten bzw. dem Einhalten von Regeln zu beurteilen.

Viel wichtiger sei es, auf das Herz der Menschen zu schauen; versuchen zu verstehen, warum er so und nicht anders handelt. Mich erinnert dies an einen Satz, der mir das Leben in einer WG mit Jugendlichen aus aller Welt sehr erleichtert hat: „Wenn dich etwas am Anderen stört, dann ist es so, weil du ihn nicht kennst und sein Handeln nicht verstehst." Diese Haltung der Offenheit wünscht sich Jesus, von seinen Zeitgenoss:innen und von uns heute.
Aber im heutigen Evangelium geht es nicht nur darum, dass ich nicht von anderen und meinerseits nicht andere be- und verurteile. Es zeigt mir auch meine Verantwortung für mein Handeln auf. Dem sich hinter Regeln und Geboten verstecken; die Checkliste abarbeiten, um ein guter Mensch zu sein, erteilt es eine Absage. Wichtig ist nicht nur, was ich tue, sondern in welcher Haltung; aus welcher Motivation heraus ich es tue. Regeln sind meistens gut, richtig und nützlich um das Leben und Miteinander zu ordnen. Aber alleinig ihre strikte Befolgung lässt uns nicht zu gerechten und „reinen" Menschen werden; zu Menschen die in Beziehung mit Gott und den Mitmenschen stehen und leben. Auch das Herz sollte miteinbezogen werden. Wenn dies gelingt, befolgen wir Regeln und Gebote nicht, weil wir müssen, sondern weil wir es wollen. Und das macht frei.

Für mein Leben heißt das:
Wenn meine innere Haltung ist: ich möchte mit Gott und den Mitmenschen in einer liebevollen Beziehung stehen und leben, dann versuche ich bspw. mir Zeit für Gott im Gebet zu nehmen, ohne aber die Mitmenschen um mich drum herum mit ihren Anliegen und Bedürfnisse zu vergessen; Dann versuche ich diese Zeiten des Gebets wirklich gut zu nutzen und nicht mit meinen Gedanken überall und nirgends zu sein. Dann kann schon mal ein Werktags-Gottesdienstbesuch ausfallen, weil jemand mich dringend braucht oder aber mir eine andere Form der Gottesbegegnung bspw. in Form einer stillen Zeit gerade gut tut.


Also hat Augustinus mit seinem Satz „liebe und tu, was du willst" wieder einmal Recht? Ich denke schon. Für mich ist das, um es in Anlehnung an Martin Luther zu sagen, die Freiheit eines jeden (Christen-)Menschen, aber eben auch unser „Zwang"; unsere Verantwortung.

Fragen:

Was heißt für mich „rein sein"?

Welche Regeln sind mir heilig und warum?

Was ist die Grundhaltung meines Lebens?

 

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

Hier als PDF

 

Kategorie: Hinführung, Lesejahr B

Datum: 08.09.2024

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