Hinführung 1. Fastensonntag, 18.02.2024, Mk. 1,12–15
Claudia Hubert, Referentin für Weggemeinschaften und pastorale Innovation
Kehrt um und glaubt an das Evangelium – oder: was wir von der Sonnenblume lernen können
Hast du schon einmal die Blüte einer Sonnenblumen beobachtet? Im Laufe des Tages dreht sich diese um fast 180°. Warum? Weil sie dem Stand der Sonne folgt. Ihre Blüte ist immer zur Sonne hin ausgerichtet. Und da die Sonne über den Himmel wandert, wandert sie auch. Ich finde dies ein gutes Bild für eine der Aussagen des heutigen Evangeliums.
Kehrt um und glaubt an das Evangelium
Kehrt um – Um-kehren: eine 180° Drehung; in die gegenüberliegende Richtung gehen; einen neuen Weg einschlagen.
Doch wenn ich beim Bild der Sonnenblume bleibe, kann Umkehr auch Hin-Kehr heißen. Sich der Sonne zuwenden. Und das nicht, weil mir nicht gefällt was ich sehe, sondern weil die Sonne eine größere Anziehungskraft hat, Wärme schenkt, Licht; und die Schatten hinter mich fallen.
Sicherlich, wenn ich, in diesem Bild, die Sonnenblume bin und Gott die Sonne ist und ich mich nur ihm zuwenden muss, weil dann habe ich alles Licht, was ich brauche und es gibt keine Schatten mehr, dann ist das eine sehr verkürzte Darstellung der Dinge.
Doch ist es mit dem Umkehren nicht dennoch genauso wie mit der Sonnenblume? Ich kehre doch um; wende mich Gott zu, weil ich an seine Frohe Botschaft glaube – „glaubt an das Evangelium": daran, dass er mich und jeden einzelnen Menschen liebt, so wie er/sie ist, ganz egal, was ich leiste. Daran, dass ihm nichts in meinem Leben fremd ist; er jeden meiner Weg mitgeht; immer da ist. Und das hat für mich dann eine stärke Anziehungskraft als vielleicht manch materielle Dinge. Ja (u.a.) bei Gott kann ich Wärme tanken, kann ich Ausrichtung für mein Leben und mein Handeln finden; kann ich Licht für die Lösung mancher Probleme bekommen.
Umkehr geschieht nicht nur einmal im Leben. Die Hinwendung zu Gott, der bedarf es immer wieder – auch die Sonnenblume folgt dem Lauf der Sonne jeden Tag aufs Neue. An jedem Tag bin ich gefragt Vertrauen in Gott zu haben, an ihn und seine Liebe zu mir zu glauben, ihm zuzuwenden. An jedem Tag - auch dann, wenn es an Schwierigkeiten und Mühen, Ermüdung und Niederlagen nicht fehlt.
Kehrt um und glaubt an das Evangelium
Vielleicht sollte ich mir dieses Jahr einmal ein „positives" Fastenopfer auferlegen – nicht etwas weglassen, sondern etwas hinzufügen: Öfter einmal an die Sonnenblume denken und mich Gott zu wenden, um mich so an ihm auszurichten.
Fragen zum Weiterdenken:
Was ist für mich Gottes Frohe Botschaft?
Was heißt für mich Umkehr? Wo lebe ich es?
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr B
Datum: 18.02.2024
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