Pfingstsonntag


Für die Weggemeinschaften gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

Pfingsten (A), 28.05.2023, Joh 20,19-23, Hinführung
Paulina Pieper, Referentin der Innovationswerkstatt,  Koordinatorin Denk Dich neu

 

2022 gab es am Pfingstwochenende wie in der Apostelgeschichte (lesen Sie die
erste Lesung unbedingt auch!) einen Pfingststurm. Während ich mit meinem Hund
durch die Felder gelaufen bin, haben die Böen mir das Haar zerzaust und ich konnte
das Brausen in den Blättern hören. Ich habe gespürt: Der Wind der Veränderung
weht. Dieses Brausen verändert alles. Ich hatte gerade einen neuen Job
angefangen, war in eine neue Wohnung gezogen, es gab einen Todesfall. Vieles war
neu, das meiste aufregend. Ich konnte den Heiligen Geist spüren und hätte ein Buch
über die Pfingstperikopen schreiben können.
Heuer herrscht in meinem Kopf kurz vor Pfingsten ein nebliges Chaos aus tausend
unerledigten Aufgaben, Verpflichtungen, Stimmen. Ich finde keinen Fokus – auch
nicht für den Text, den Sie gerade lesen. Ich finde keine Worte und alles, was ich
schreibe, klingt nach Phrase und Plattitüde. Draußen weht ein pfingstlicher Wind,
aber einer, der mich wirr macht im Kopf. Er wirbelt zwar den Nebel immer wieder auf,
schiebt ihn aber nicht weg. Ich rede mich raus: Es liegt sicher am Wetter. Vielleicht
ist es ein Föhnwind? Wieder und wieder versuche ich den Wind zu spüren, immer
wieder lese ich die Pfingsterzählung. Nichts.
Wenn sich etwas in mir nicht löst, wenn eine Bibelstelle einfach nicht mit mir
sprechen möchte, brauche ich einen Perspektivwechsel. Also überlege ich, an
welcher Stelle der Geist noch in der Bibel vorkommt. Vielleicht hilft ein Blick in die
Schöpfungsgeschichte: Alles war wüst und wirr, der Geist schwebte über den
Wassern der Urflut. Es war Tohuwabohu. Da ist es, das Chaos in meinem Kopf. Die
Welt kennt dieses Problem. Alles ist so wirr, dass es gleichzeitig öd und leer wirkt.
Und der Geist? Er schwebt unbeteiligt oben drüber. Aber ich weiß es doch – und jetzt
kann ich es auch im Johannesevangelium sehen: der Heilige Geist, den Jesus laut
Johannesevangelium den Jünger:innen einhaucht, ist kein unbeteiligter Zaungast. Er
zerzaust nicht nur das Haar oder streicht über die Haut, ich spüre ihn nicht nur
äußerlich, im Gegenteil: Jesus bleibt nicht draußen stehen, klopft nicht an der Tür,
sondern tritt ein, mitten unter die Jünger:innen. Der Heilige Geist säuselt nicht außen
ums Gebäude herum, sondern fährt in das verschlossene Haus hinein. Jesus fragt
nicht: Habt Ihr Lust, meine Geschichte weiterzuschreiben? Er sendet die
Jünger:innen, er sagt: Los jetzt, macht es mir nach! Der Heilige Geist wählt nicht
einzelne aus, sondern er erfüllt einfach alle, die da sind, und ermutigt sie
aufzubrechen, loszugehen und zu handeln.
Ich sitze draußen vor dem Büro in der Sonne. Ein leises Säuseln dringt an meine
Ohren. Der Nebel in meinem Kopf lichtet sich. Vielleicht warte ich schon zu lange auf
den Sturm im Außen. Vielleicht ist es nicht der Heilige Geist, der die Veränderung
herbeiführt. Ich bin es. Ich kann darauf zählen, dass ich in mir die richtigen Worte
finde, dass ich die Kraft habe, um Veränderung zu bewirken – bei mir und bei
anderen. Aber ICH muss aufbrechen, losgehen, handeln. Denn „auf Veränderung zu
hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist, als warte man am Bahnhof auf ein Schiff".

 

Fragen zum Weiterdenken:
1. Wo, wann und wie spüre ich den Heiligen Geist?
2. Was möchte ich in meinem Leben verändern?
3. Wo kann ich dazu beitragen, dass sich für andere etwas verändert?

 

 

 

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A

Datum: 25.05.2023

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