27. Sonntag im Jahreskreis (C), 02.10.2022, Lk 17,5-10, Hinführung
Paulina Pieper, Referentin der Innovationswerkstatt, Koordinatorin Denk Dich neu
Die Jünger:innen haben bereits viel mit Jesus erlebt. Sie haben erlebt, wie er auf
wunderbare Weise Kranke geheilt und Menschen von Leiden befreit hat. Sie haben erlebt,
welche Wirkung Jesus auf Menschen hat, dass manche von ihnen alles liegen und stehen
ließen, weil sie von Jesus und seinen Worten so beeindruckt waren. Dennoch fordern die
Jünger:innen ihn – vielleicht angesichts der nahenden Konfliktsituationen, die in Jerusalem
auf die Gruppe warten – auf: Stärke unseren Glauben. Heute könnte die Aufforderung so
klingen: Hilf uns zu verstehen, was hier vor sich geht. Wir wollen uns sicher sein, dass
das, wovon Du sprichst, wahr ist. Jesus verweist darauf, dass es nicht um die Größe des
Glaubens, dass es nicht darum geht, wie viel wir verstanden haben oder wissen. Das
kleinste Korn Glaube in uns kann einen tief verwurzelten Baum aus der Erde heben und
ihn ins Meer verpflanzen. Schon der kleinste Funke Glaube in uns kann Wunder bewirken.
Doch diesen Senfkorn-Glaube können wir weder einfordern noch erwerben. Er ist ein
Geschenk Gottes. Dieses Geschenk entfaltet sich – und zwar nicht durch besondere
Leistungen, einen herausragenden Lebensstil oder besondere Frömmigkeit. Er wächst
dann, wenn wir wie der Sklave das tun, wozu wir in dieser Welt gerufen sind. Dazu passt
die Überzeugung des Konzilstheologen Karl Rahner, dass das ganze Leben Gottesdienst
ist: die Art, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen, der anstrengende Beruf, dem wir
nachgehen, unser Alltag, der uns vielleicht manchmal mühsam und ungerecht erscheint.
Glaube kann nicht von außen gestärkt werden und er setzt nicht dort ein, wo wir alles
verstanden oder besonders viel geleistet haben. Selbst wenn er noch so klein ist – der
Glaube ist schon da und wir können ihn durch unser ganz konkretes, individuelles Leben
wachsen lassen.
Fragen zum Weiterdenken:
1. In welchen Situationen ist mein Glaube stark, wann fühle ich mich von Gott verlassen?
2. Welche Formen des alltäglichen Gottes-Dienstes fallen mir leicht? Welche waren in
letzter Zeit eher mühsam für mich
3. Wie können wir als christliche Gemeinschaft andere Menschen dabei unterstützen
ihren Senfkorn-Glaube zu entdecken?
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr C
Datum: 28.09.2022
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