Hinführung zum Evangelium des 10. Sonntags im Jahreskreis am 07. Juni 2026: Mt 9.9-13
Dieses Sonntagsevangelium steht unter dem Motto „Nachfolge und Mahl“. Jesus ruft den Zöllner Matthäus inmitten seiner Arbeit heraus mit den Worten: Folge mir nach! Matthäus steht auf und folgt ihm nach. Was für eine Sehnsucht und welch großes Vertrauen muss in ihm gewachsen sein, so einen spontanen Schritt zu setzen und alles zurückzulassen.
Ich denke da an meine eigene Berufungsgeschichte, als ich einen pragmatisierten Landesposten als Landwirtschaftsberater aufgegeben habe und hauptamtlich als Diakon und Pfarrhelfer, in den Dienst der Kirche (Pfarre Imst) getreten bin. Damals Haus gebaut, Familie mit 5 Kindern, Einkommenseinbußen. Aber es war auch in mir ein großes Gottvertrauen: Er wird mit mir gehen, ich will ihm dienen und mithelfen diese pastorale Lücke in Imst zu füllen. Die Höhen und Tiefen dieses Schrittes waren mir damals nicht bewusst. Trotzdem war es, im Nachhinein gesehen, eine gute Entscheidung.
Jesus lässt sich einladen. Er setzt sich zusammen mit diesen, von den Pharisäern und der Gesellschaft verachteten Menschen. Er hält die Kritik und Ablehnung vieler aus und antwortet mit dem Satz: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
Wie viele Bekehrungen entstehen auch heute aus der Erfahrung: Ich bin von Gott geliebt, so wie ich bin. Auch mit meinen Fehlern und Schwächen, kann ich zu ihm kommen und finde bei ihm Aufnahme und Gehör. In dieser Handlung Jesu der „Mahlgemeinschaft mit den Verachteten“ kommt das Wesen Gottes zum Ausdruck. Er ist ein barmherziger, wohlwollender, aufrichtender Gott, gegenüber den Sündern. Damit fühle ich mich auch willkommen in seinem Kreis der Jüngerschaft.
Der Opferkult im Alten Bund brachte zum Ausdruck, dass ich ein wertvolles und mir ans Herz gewachsene Tier aus Dankbarkeit und Liebe zu Gott opfere. Gott gebührt das Beste und Wertvollste. Das darf aber nicht dazu verleiten, die Liebe zum Nächsten und die Vergebung auf der Strecke zu lassen.
Einladung zur Bildbetrachtung: matthaeus-der-zoellner-768x384.jpg (768×384)
Fragen zum Weiterdenken:
Dipl. PAss Ing. Andreas Sturm – Ständiger Diakon im Seelsorgeraum Inneres Pitztal
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A
Datum: 01.06.2026
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