Hinführung 5. Sonntag der Fastenzeit


Enttäuschte Hoffnung auf den Wunderheiler Jesus. Der kürzeste Vers der Bibel und absolute Gewissheit, dass der Vater Jesu Gebete erhört. Das alles hält das Evangelium des fünften Sonntags in der Fastenzeit bereit.

 

Hinführung zum Evangelium des fünften Sonntags der Fastenzeit am 22. März 2026: Joh 11,1-45

„In jener Zeit war ein Mann krank“, so wird in die Stelle des Evangeliums eingeführt. Ein Beginn, der vertraut scheint, beim Lesen des Textes eröffnet sich bereits die Erwartungshaltung auf das, was vermeintlich im nächsten Teil der Schrift kommen sollte: eine Krankenheilung.

Doch dieses Mal führt uns das Evangelium in eine andere Richtung, obwohl Jesus von den Schwestern des Kranken benachrichtigt wurde, kommt er nicht, um diesen zu heilen. Er verweilte zwei weitere Tage an seinem Aufenthaltsort und zog erst am dritten Tag zum Wohnort der Familie. Diese Zeitangabe greift bereits voraus, um uns zu verdeutlichen: Lazarus war wirklich tot, ein Scheintot ist nach drei Tagen ausgeschlossen. Auch die späteren Worte Martas: „Herr, er riecht schon“ (v39) drücken die Unumkehrbarkeit des eingetretenen Todes aus.

Marta, die auf den eintreffenden Jesus zugeht, während Maria bei der Trauergesellschaft bleibt, konfrontiert ihn: „Wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben“ (v21), in diesem Satz bringt sie ihre Enttäuschung darüber zum Ausdruck, dass ihre Hoffnung auf Jesus als Krankenheiler enttäuscht wurde. Doch sie bleibt offen für Unerwartetes, führt ihr Gespräch mit Jesus nicht geprägt von Feindseligkeit, sondern von hoffendem Glauben.

Jesus, welcher nach wie vor außerhalb des Dorfes verbleibt, lässt nach Maria rufen, die sogleich, umgeben von der Trauergesellschaft, zu ihm kommt. Wenige Momente später kommt es zum kürzesten Vers der Bibel (v35): „Da weinte Jesus“. Im griechischen Text der Bibel wird hierfür eine andere Vokabel genutzt als für das weinende Klagen der restlichen Trauernden: Es kommt klar zum Ausdruck, dass dieser Tod Jesus nahe geht; die Menschlichkeit Jesu ist durch den Text hindurch spürbar und ergreifend.

Nach der Öffnung des Grabes, trotz Martas Hinweis auf die bereits einsetzende Verwesung, kommt es zum Dank für die Erhörung Jesu‘ Gebetes, und zwar noch bevor es zur eigentlichen Erweckung des Toten kommt, so gewiss ist sich Jesus, dass seine Gebete vom Vater erhört werden.

 

Fragen zum Weiterdenken:

  • Was bedeutet es für mich, Jesus so verletzlich zu erleben?
  • In welchen Situationen gelingt es mir und in welchen fällt es mir schwer, Gefühle offen zu zeigen?
  • Gibt es Momente in meinem Leben, in denen meine Hoffnung enttäuscht wurde? Wie gehe ich damit um?

 

Text und Bild: Mag. Elena Mizrachi – Fachreferentin Bibelpastoral

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der

Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A

Datum: 16.03.2026

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