Hinführung zum Evangelium des 21. Sonntags im Jahreskreis am 23. August 2026: Mt 16,13-20
Das Evangelium vom kommenden Sonntag markiert einen Wendepunkt bei Matthäus. Nach vielen Zeichen und Missverständnissen stellt Jesus die entscheidende Frage nach seiner Identität, und zwar an einem bemerkenswerten Ort: Cäsarea Philippi, eine römisch-heidnisch geprägte Stadt am Fuß des Hermongebirges, voller Götterbilder und Tempel. Ausgerechnet dort, neben Kaiserkult und fremden Religionen, fragt Jesus nach seiner Identität. Jesus baut seine Kirche nicht abgeschottet von der Welt, sondern mitten in ihr.
Jesus nennt sich selbst „Menschensohn“ (Vers 13). Ein Titel mit Anklängen an Daniel 7,13-14, der im Judentum jener Zeit für eine kommende Richtergestalt mit übermenschlicher Vollmacht stand. Zugleich stehen im Matthäusevangelium Aussagen der Niedrigkeit (vgl. Mt 8,20) und Leidensankündigungen (vgl. Mt 17,12) daneben.
Die Meinung der Leute, Johannes der Täufer, Elija, Jeremia oder ein Prophet (Vers 14), zeigen: Die Menschen erkennen in Jesus etwas Großes, eine biblische Gestalt, bleiben aber bei bekannten Kategorien. An den Messias denkt noch niemand.
Dann Petrus‘ Bekenntnis: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ (Vers 16). „Christus“ meint den Gesalbten, den Messias. „Sohn des lebendigen Gottes“ geht darüber hinaus. Es meint Teilhabe an Gottes eigenem Wesen und Autorität. Jesus stellt klar: Diese Erkenntnis ist nicht menschliches Verdienst („Fleisch und Blut“), sondern Offenbarung des Vaters (Vers 17).
Darauf folgt die Zusage: „Du bist Petrus (griech. petra = Fels), und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“ (Vers 18) Dabei ist weniger eine besondere Charakterstärke des Petrus gemeint, der im Evangelium durchaus auch schwach erscheint (vgl. Mt 16,22f.), sondern die Funktion, die Jesus ihm zuspricht. Das griechische Wort für Kirche, Ekklesia, verwendet unter den Evangelisten nur Matthäus. Später wird es in der Apostelgeschichte und den Briefen zum Standardbegriff für die Gemeinde.
Schließlich die „Schlüssel des Himmelreichs“ (Vers 19) (vgl. Jesaja 22,21–23): Symbol für Vollmacht zu binden und zu lösen, zu öffnen und zu verschließen im Namen Jesu, mit Wirkung im Himmel wie auf Erden. Später wird diese Vollmacht auf die ganze Gemeinde ausgeweitet (Mt 18,18). Der Gegenpol dazu sind die Schriftgelehrten und Pharisäer, die das Himmelreich vor den Menschen verschließen (vgl. Mt 23,13).
Fragen zum Weiterdenken:
Roman J. Sillaber, MA BA - Leitung Katholische Jugend Diözese Innsbruck
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A
Datum: 17.08.2026
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