Hinführung zum Evangelium des 26. Sonntags im Jahreskreis am 27. September 2026: Mt 21,28-32
Am Beginn von Mt 21 wird vom Einzug Jesu in Jerusalem und anschließend von seiner Tempelreinigung berichtet. Danach beginnt seine Lehrtätigkeit im Tempel, die auch zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Autoritäten seines Volkes führt. So lehrt Jesus auch im Sonntagsevangelium (Mt 21,28–32) im Tempel und konfrontiert die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes sowohl mit der Frage nach der Tauftätigkeit des Johannes des Täufers als auch – mithilfe eines Gleichnisses – mit ihrem fragwürdigen Verhalten.
Dieses Gleichnis Jesu erzählt von einem Vater, der zwei Söhne hat und von ihnen verlangt, an diesem Tag im Weinberg zu arbeiten. Es kommt zu einem Widerspruch zwischen der ursprünglichen Willenserklärung und dem tatsächlichen Tun. Der erste Sohn will zunächst nicht gehen. Dann aber bereut er seine Entscheidung und geht in den Weinberg, um zu arbeiten. Der zweite Sohn erklärt sich zunächst bereit, zu gehen, geht aber anschließend nicht hin. Die Frage Jesu, wer von den beiden den Willen seines Vaters erfüllt hat, ist nicht schwer zu beantworten. Die Antwort lautet: der erste Sohn.
Anschließend kommt jedoch das kraftvolle und überraschende Amen-Wort Jesu: „Amen, ich sage euch: Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr“ (Mt 21,31b). Damit stellt Jesus das Verhalten der religiösen Autoritäten Israels dem Verhalten des zweiten Sohnes gleich. Diese Aussage begründet er damit, dass sie seinem Vorläufer, Johannes dem Täufer, nicht geglaubt und auch keine Reue gezeigt haben.
Demgegenüber ähnelt das Verhalten der Zöllner und der Dirnen, die zu den verachteten und ausgegrenzten Randgruppen der damaligen Gesellschaft gehören, dem Verhalten des ersten Sohnes, weil sie den Worten des Johannes geglaubt haben. Damit haben sie den Willen des Vaters erfüllt. Sie haben sich von Johannes taufen lassen und sich Jesus zugewandt. In Jesus kommt ihnen Gott, der Vater, und damit sein Reich der Heilung und des Heils nahe.
In Jesus kommt uns Gott, der Vater, entgegen. In ihm wird Gottes Reich der Heilung, der Barmherzigkeit und des Heils erfahrbar. Deshalb ist das Gleichnis nicht nur eine Kritik an den religiösen Autoritäten zur Zeit Jesu. Es ist auch eine Frage an uns selbst.
Fragen zum Weiterdenken:
Dr. Mira Stare - Pfarrseelsorgerin und -kuratorin, Senior Lecturer am Institut für Bibelwissenschaften und Historische Theologie
Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol
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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A
Datum: 23.09.2026
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