Atem.Pause


Jeden Freitag um 12.15 Uhr in der Spitalskirche Innsbruck, den Alltag unterbrechen, sich Zeit nehmen, Musik, Impuls, Stille, mit Gottes Segen wieder in den Alltag gehen

Atempause am 30.04.2021 zum Thema „Propheten"
Martin Lesky

Wir kennen alle verschiedene Propheten im Alten Testament. Mir fallen Mose, Amos, Samuel, Elia, Joel, Habakuk, Jona, Micha, Maelachi, Hosea ein. Es sind vielfach Männer, aber es hab auch Propetinnen, wie Miriam, Deborah oder Hulda.
Die Prophetinnen und Propheten waren Vorbilder. Sie sollten das Volk wachrütteln, Missstände aufdecken, und außerdem die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ansprechen. Das Volk sollte durch ihren Wandel erfahren, wie sich Gott das Leben vorstellt. Doch es waren normale Menschen, wie Du und ich.
Was kennzeichnet einen Propheten/eine Prophetin? Sie hören auf die Stimme Gottes. Sie bekommen von Gott eine Eingebung, durch einen direkten Anruf wie bei Samuel, oder durch einen Traum wie bei Jeremia, durch das Studium im Wort wie bei Daniel. Diese Offenbarung geben sie dem Volk weiter. Gott will durch sie das Volk wachrütteln.
Mir fällt der Prophet Amos ein, der in Israel im 8. Jahrhundert vor Christus gelebt hat. Damals lebten die Wohlhabenden auf Kosten der sozial Schwachen, die Verehrung Gottes wurde auf einen Kult reduziert, es gab ein rücksichtsloses Gewinnstreben in der Wirtschaft. Amos klagt diese Zustände an, die des Gottesvolkes unwürdig sind. In Amos 5,24 sagt er: „Das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach."
Diese Zustände aus der Zeit des Propheten Amos erinnern an die heutige Zeit. Aber was hat sich verändert? Jesus, der Sohn Gottes ist in die Welt gekommen mit einer wunderbaren Botschaft. „Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm." (1 Joh 4,16b) Das hat die Welt verändert. Aber wird z.B. die Bergpredigt wirklich gelebt? Auch wenn es keine Propheten im alttestamentlichen Sinn mehr gibt, so brauchen auch wir heute Propheten. Menschen, die die Wirklichkeit wahrnehmen, die auf Gott hören, sich von ihm inspirieren lassen, die auf die Missstände in unserer Gesellschaft hinweisen, die aufzeigen, dass Gerechtigkeit mehr ist als Ansehen, Nächstenliebe mehr ist als Besitz, gutes Leben für alle mehr als Reichtum und Wohlstand, Integration von Menschen auf der Flucht und Heimat geben mehr als Egoismus. Ja, es gibt diese Prophetinnen und Propheten in unserem Land. Aber sie werden nicht immer gehört.
Ich lade ein darüber nachzudenken, wo es uns als Prophetinnen und Propheten braucht.

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