Atem.Pause


Jeden Freitag um 12.15 Uhr in der Spitalskirche Innsbruck, den Alltag unterbrechen, sich Zeit nehmen, Musik, Impuls, Stille, mit Gottes Segen wieder in den Alltag gehen

Atem.Pause am 23.10.2020: Thema „Was müsste Kirche bieten, dass ich wieder hingehen würde?"
Martin Lesky

Ich habe vier „kirchenferne" Personen – Katholikinnen, die ich nicht am Kirchplatz treffe, gefragt: „Was müsste Kirche bieten, dass ich wieder hingehen würde?"
„Ganz ehrlich? Was mir fehlt ist die Freude, Begeisterung, die Gemeinschaft, mehr so ein Gefühl von den Leuten, die da sind. Wenn dann dazu noch ein Spirit erfahrbar ist, dann würde ich hingehen."
„Ist ganz schwierig. Es gibt gute Leute, die mir gute Gedanken geben. Aber ich bräuchte eine Gruppe, eine Gemeinschaft, in die ich integriert bin, mich wohl fühle. Wenn jemand, der mich mag, mich kennt, mir einen Schupfer gibt und sagt gehen wir mal hin. Es heißt nicht, dass ich keinen Glauben habe, es zieht mich derzeit nicht hin."
„Schwere Gewänder sind nicht mehr zeitgemäß. Sich von dem alten Kirchenbild lösen, von Macht und Geld, mit dem sich Kirche viel geholt hat. Junge Leute suchen wieder dunklen, stillen Raum. Viele machen Yoga. Sich aus dem Buddhismus was abschauen. Gefühl von Freiheit, Geborgenheit und Gemeinschaft vermitteln, gemeinsam an etwas glauben."
„Was heißt Kirche? Ist damit der Gottesdienst gemeint? Mit Kirche verbinde ich die Machtfrage, Frauenfrage, gefühlter Staub, enges Korsett, altes Familienbild, Sünde und Strafe, verkrustete Struktur. Was würde passieren, wenn ein Pfarrer die weibliche Seite Gottes zur Sprache bringen würde? Was müsste passieren, dass ich mich eingeladen fühle? Alles ist mit allem verbunden (Amazonien Synode). Wenn ich spüren würde, dass Offenheit da ist. Wenn es eine ungezwungene Begegnung mit einer Person aus der Pfarre auf dem Marktplatz geben würde."

Mir fällt auf diese Antworten Apg 2,44-47 ein: „Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte. Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten." Hier ist von Gemeinschaft die Rede, vom gemeinsamen Spirit, der von allen gelebt wird, der spürbar wird. Aber einen großen Unterschied sehe ich zu den Antworten der vier Frauen. Sie wünschen sich eine Kirche, die aus den eigenen vier Wänden hinausgeht, die auf (kirchenferne) Menschen zugeht.
Wo erlebe ich ein „Hinausgehen" von Kirche? Wo kann ich auf Menschen zugehen, die ich nicht am Kirchplatz treffe? Wie kann ich Glauben zum Thema machen?

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