30. Sonntag im Jahreskreis


Für die Weggemeinschaften gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

31. Sonntag im Jahreskreis (A), 05.11.2023, Mt. 23, 1-12
Hinführung von Claudia Hubert, Fachreferentin Missionarische Pastoral, Diözese Innsbruck

 

Im heutigen Evangelium kritisiert Jesus einmal mehr die Schriftgelehrten und Pharisäer. Er spricht ihnen nicht ihre Fachkompetenz ab, die Gesetze und Glaubensregeln zu kennen und die Schrift auszulegen. Vielmehr kritisiert er sie dafür, dass sie ihre Lehren selbst nicht leben, auch wenn sie ihr Einhalten von anderen fordern. Sie messen mit zweierlei Maß. Das kann leicht passieren: da ist man von etwas sehr Wichtigem überzeugt, und vertritt diese subjektive Wahrheit nach Außen, kann aber den eigenen Anspruch nicht erfüllen. Kleines Beispiel: natürlich möchte ich allen Menschen mit Respekt begegnen; Unterschiede als Bereicherung und nicht als Hindernis ansehen, aber dann beim Spülmaschine einräumen in der WG, weiß eben nur ich, wie das Geschirr eingeräumt werden muss.
Mir sagt diese Stelle des Evangeliums aber auch: fordere von anderen nicht Dinge, die du selbst nicht bereit bist zu tun oder zu geben. Und Geduld zu haben – barmherzig zu sein. Denn auch wenn ich versuche meinen Glauben möglichst authentisch zu leben – zu schauen, dass mein Handeln mit meinen Werten und Glaubensgrundsätzen übereinstimmt – gelingt auch mir es oftmals nicht.
Wichtig ist dann in diesen Situationen: die eigenen Fehler oder Versäumnisse einzugestehen, um Verzeihung zu bitten und das eigene Handeln wieder neu auszurichten.

Das Evangelium gibt aber noch einen anderen Gedanken mit: demütig zu sein.
Nicht im Sinne von: ich mache mich vor meinem Gegenüber klein, bis meine Persönlichkeit und ich nicht mehr zu erkennen sind, sondern ich begegne dem Anderen auf Augenhöhe und in der Haltung des gegenseitigen Lernens.
Für mich heißt demütig sein, zu wissen wer ich bin: eine einzigartige Persönlichkeit/ ein einzigartiger Mensch, die/der den gleichen Wert hat, wie alle anderen Menschen, und die/der hier auf Erden nie perfekt sein wird oder muss; die was zu geben/beizutragen hat, aber dies nicht auf „Teufel komm raus" oder gar im Scheinwerferlicht.

Dieses „auf der gleichen Stufe stehen" aller Menschen wird dann auch im letzten Abschnitt des Textes deutlich, wenn Jesus sagt, nur Gott ist unser Meister, Lehrer und Vater. Er/ Gott ist der/das alleinig Absolute. An ihm gilt es mich auszurichten: an seinem Sein und Tun. Das ich das nur punktuell erreichen kann und werde, ist klar – ein Versuch ist es allemal und immer wieder wert!

Fragen:
Wie versuche ich authentisch durchs Leben zu gehen? Wo ist es mir gelungen?
Was bedeutet Demut für mich?
Wo kann ich andere „groß" sein lassen?

 

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A

Datum: 05.11.2023

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