2. Sonntag im Jahreskreis


Für die Weggemeinschaften gibt es hier jede Woche eine kurze Erklärung des Sonntagsevangeliums mit Fragen zum Weiterdenken.

 

2. Sonntag im Jahreskreis (A), 15.01.2023, Joh 1,29-34, Hinführung
Carina Mathoy, Pastoralassistentin und Lehrerin

Beim Lesen mancher Bibelstellen fühle ich mich wie in einem Kino: Der innerliche Film startet, die Kamera wird auf die Szene gerichtet, die Personen werden fokussiert und die Erzählung beginnt. Bei den vier Evangelien fällt sofort auf, dass sich verschiedene Begebenheiten bei allen Evangelisten wiederfinden (z.B. das leere Grab und die Auferstehung). Die größten Ähnlichkeiten finden wir bei den Synoptikern (Markus, Matthäus und Lukas) – Johannes tanzt mit seinem Stil und seiner Theologie oft deutlicher aus der Reihe. Wie bei einem Film kommt es darauf an, wer die Regie übernimmt oder das Drehbuch geschrieben hat. Was ist mir wichtig? Was will ich den ZuhörerInnen vermitteln? Was ist die zentrale Aussage? Jede Person wird auf diese Fragen eine andere Antwort geben. So auch Markus, Matthäus, Lukas und Johannes. Im Sonntagsevangelium wird die Begegnung von Johannes und Jesus erneut aufgegriffen, jedoch ändert sich der Schwerpunkt: Es stehen Johannes und sein Gottessohn-Zeugnis im Mittelpunkt der Erzählung.
Drei Dinge sind mir hierbei besonders aufgefallen: Das Lamm und die Taube, der Geist Gottes und das Nicht-Kennen:
Nicht Kennen: Es ist verwirrend, dass Johannes zwei Mal davon spricht, dass er Jesus nicht kennt. Sie waren doch fast gleich alt und sogar miteinander verwandt? Kennen setzt ein Wissen voraus, das Johannes erst durch die göttliche Offenbarung zugekommen ist.
Das Lamm: Immer wieder ist in den alttestamentlichen Texten vom Lamm die Rede. Es wird als rein und unschuldig beschrieben. Wenn wir uns an die Exoduserzählung (Ex 12,7ff.) erinnern, ist es das Blut des Lammes, das zum Schutz an die Türpfosten gestrichen wird und sein Leben für das Leben anderer hingegeben hat.
Die Taube: Auch sie kennen wir bereits aus dem Alten Testament. Sie ist Träger der Heilsbotschaft – der guten Nachricht und auch Vermittlerin zwischen Gott und dem Menschen (Gen 1,8ff.).
Aber was genau bringt Johannes zu diesem ergreifenden Zeugnis? Es ist schlussendlich die Begegnung mit Jesus selbst und das (Er-)Kennen seiner Person. In der Bibelstelle vom letzten Sonntag wurde sehr mächtig erzählt, wie sich der Himmel öffnete und eine Stimme sprach: „Dies ist mein geliebter Sohn...". (Mt 3,17) Diese Woche fehlt diese „wörtliche Bestätigung". Die Szene ist stiller – Johannes sieht den Geist „nur" und weiß dennoch, dies ist der Sohn Gottes. Unweigerlich habe ich den Satz im Ohr: „Selig, die nicht sehen und doch glauben." (Joh 20,29) Was heißt dies für uns heute? Karl Rahner hat einmal gesagt: „Der Christ von morgen wird ein Mystiker sein – einer, der etwas erfahren hat." Aber wie kann so eine Erfahrung aussehen? Hatten Sie schon einmal eine solche (Gottes-)Erfahrung?

Fragen zum Weiterdenken:

  • Habe ich schon einmal so eine besondere (Gottes-)Erfahrung gemacht?
  • Wer ist Jesus für mich? Welches Zeugnis würde ich geben?

 

 

Hinführungen der Weggemeinschaften - ein Projekt der missionarischen Pastoral der
Diözese Innsbruck, www.geistreich.tirol

 

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Kategorie: Hinführung, Lesejahr A

Datum: 11.01.2023

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